Druckschrift 
Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
Entstehung
Seite
76
Einzelbild herunterladen
 

76

dass es sich -wahrlich verlohnt, einige Tage hier zitverweilen. Die Stadt liegt am Thuner See, dort, wo-die Aare ans demselben austritt. Der WeltreisendeAlexander von Humhold zählte sie mit ihrer Um-gebung zu den schönsten Gegenden der ganzen Erde.Von allen freien Tunkten sieht man die Glctscherweltder Blümlisalp und zahlreiche Bergriesen, von denender Niesen und die Stockhornkette im Vordergründeliegen. Mich hielt es heute nicht in Thun, dieGletscher und Hochalpen zogen mich mit einergrossem Gewalt in ihren Zauberhann, und ich entschlossmich, noch heute nach Interlaken zu fahren, unbe-kümmert um die vorgerückte Tagesstunde und denfeinen Hegen, der seit einigen Minuten wieder zurErde rieselte.

Ich dachte die 21 km bis Interlaken trotz desgebirgigen Terrains und der nassen Strasse in höchstenszwei Stunden zurückzulegen. Aber darin hatte ichmich sehr getäuscht, und kein Entschluss auf meinerganzen Heise war so verfehlt wie dieser. Ich fuhrden Thuner See entlang über G unten bis zurStation der Drahtseilbahn, die nach Beatenberg, einemvielbesuchten 1150 m über dem Meere gelegenenklimatischen Höhenkurorte führt. Hier schon bereute ichdie Weiterfahrt, und gerne wäre ich an der Beatenbuchtoder in deren Nähe gehliehen, wenn ich ein Unter-kommen in den überfüllten Hotels hätte finden können;ebenso erfreut wäre ich gewesen, wenn mich dieDrahtseilbahn noch heute, es war ungefähr neunUhr, nach Beatenberg gebracht hätte. Aber dieBahn hatte um diese Stunde den Betrieb bereitseingestellt und ich musste wohl oder übel weiter indie Dämmerung hinein meinen Weg fortsetzen. DieStrecke von der Beatenbucht bis nach Interlakenwar auf der vorzüglichen Mittelbach'sehen Karte noch