Druckschrift 
Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
Entstehung
Seite
71
Einzelbild herunterladen
 

Wenn man in Xorddeutschland von einer Radtourdurch die Schweiz spricht, so glaubt jeder, dass siclidem Radler in diesem Lande schier unüberwindlicheTeirainschwierigkeiten entgegenstellen. Dem ist abernicht so, man fährt daselbst im allgemeinen besserund bequemer als in Süddeutschland oder in unsermhügeligen Rheinlande. Die Hauptstrassen in derSchweiz führen eben gerade wie die Eisenbahn-linien durch die Flussthiiler, die gewöhnlich erst inder Nähe der Flussquelle oder an der Grenze einesandern Flussgebietes zu bedeutender Höhe aulsteigen.An diesen Wasserscheiden hört das Radfahren in derKegel ganz auf, man drückt die Maschine mehrereStunden den Berg hinan, bis auf die Höhe desPasses und saust dann an der andern Seite auf steilabfallender Strasse wieder in ein neues Flussthalhinunter. Das Resteigen der Pässe ist bei schönem,klarem Wetter absolut nicht langweilig, im Gegenteil,es bietet dem sonst schnell dahingleitenden Radlereine Fülle der schönsten landschaftlichen Reize; injede Einzelheit der wunderbaren Alpenwelt kann ersich bei dieser Gelegenheit mit Müsse vertiefen.

Als Orte von Bedeutung sind auf der Streckevon Aarburg bis Bern nur Langenthal und 'Willigenhervorzuheben, die auch einen sehr guten Eindruckmachen und wie die meisten schweizerischen Dörferelektrisch beleuchtet sind. Die Elektrizität, die derDampfkraft in unsern Tagen zu einem gewichtigenMitbewerber erwachsen ist. spielt in der Schweizüberhaupt eine verhältnissmässig grössere Rolle alsin Deutschland. Der Grund für diese Erscheinungist die immense Wasserkraft, die in den schweizerischenGchhgsflüssen liegt, und nur zu einem ganz geringenTeile praktisch verwertet wird. Ist. eine Anlage zurErzeiumne elektrischer Kraft, die zumeist auf dem