Druckschrift 
Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

41

wie von neuem Feuer durchflossen, weiter; aber dieFreude dauerte nicht lange, bald befand ich mich ineinem noch schlafferen Zustande als zuvor, dochwiederum brachte mich ein Schoppen auf die Beine.Diesmal war die Wirkung des Weines auch eineaugenblickliche, aber noch weniger nachhaltig alszuvor. So ging es noch mehrere Male fort; kurzvor Trier kam ich nur noch mit grosser Mühe vor-wärts und musste den Rest des Weges zu Fass zu-rücklegen, wobei ich vor Ermattung fast zusammen-brach. Schliesslich kam ich denn so müde undabgespannt in der alten Augusta Trevirorum an,dass ich kaum noch einer Bewegung fähig war unddie Facht hindurch vor Erregung last nicht schlafenkonnte. So etwas ist mir bis heute, trotz bedeu-tend weiterer Tagestouren nicht mehr passiert, daich eingesehen habe, dass der Genuss geistigerGetränke auf die Leistungsfähigkeit des Radlers beidem kleinsten Zuviel nachteilig einwirkt. ÄhnlicheErfahrungen habe ich auch bei grösseren Gebirgs-touren und Kahnpartien in der Schweiz gemacht.Durch das .Radfahren wird die Transpiration besondersan warmen Tagen bedeutend erhöht, und naturgemässmuss dem Körper ein Ersatz für die erhöhte Ab-sonderung der Feuchtigkeit zugeluhrt werden. Nachmeinem Dafürhalten sind Milch und Limonade, diebesten der leicht erhältlichen Mittel, welche ihrenZweck vollständig erfüllen.

5