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geräumt haben. Die Besteigung des 104 m hohenBoehushcrges, auf dem die schöne gotische JJochus-kapelle thront, hietot manches Interessante; ich ver-zichtete jedoch für heute auf diesen Genuss, liessmich und mein Stahlross nach dem rechten Kliei nuferübersetzen, und wenige Minuten nachher war ich inHüdesheim.
Bin guter Tropfen und ein frugales Mahl brachtenmir nach der langen Fahrt neuen Mutli und neueKraft. Ich verlebte den Abend in der heiteren Ge-sellschaft von Berliner Studenten und MünchenerMalern, die zu Bade eine grössere Ferienreise unter-nommen hatten. Dass ich mich in dieser interessantenGesellschaft auf das Beste unterhalten habe, ist wohlselbstverständlich, aber dass ich einen dieser Herrenals enragierten j.Böcklinianorf kennen lernen musste,amüsierte mich. Es giebt in jeder der schönen Künstebestimmte Richtungen, deren Anhänger zu Hundert-tausenden zählen; besonders scharf treten diese Er-scheinungen in der Malerei und in der Musik zu Tage.Ich hin schon seit Jahren Verehrer des grossen ArnoldBöcklin, dessen Meisterwerke ich in der Schack-Galleriein München des öftern zu bewundern Gelegenheit hatte;aber dass ich desslialb ein Böcklinianer sein sollte, undwie der Münchener, in erster Linie nur die Werke diesesMeisters als wirkliche Kunst anerkennen sollte, liegtmir denn doch ferne. Wenn Böcklin in seiner vor-nehmen Eigenart auch kaum erreicht werden dürfte,so giebt es doch noch viele andere Meister, deren»Schöpfungen jeder vorurteilsfreie Mensch nicht minderschätzen muss. In der Musik, der volkstümlichstenund verbreitetsten aller schönen Künste, liegt die Sachegerade so. Ich liehe Bach, Händel, Mozart und Beet-hoven, erfreue mich aber ebenso sehr an den rauschen-den Fanfaren jenes leuchtenden Dreigestirnes am