kleine Strecke beide Ufer mit ihrer ganzen Pracht inden Gesichtskreis.
Einen schönen Anblick gewährt das StädtchenSt, Goar mit der malerischen Ruine Rhoinfels unddas jenseits des Rheines gelegene St, Goarshausen.Einige, Kilometer weiterer Fahrt und wir erblickenden vielbesungenen Loreleyfelsen, der aus der Höhevon 182 m auf der rechten Rheinseite bis in das Bettdes Stromes hinabragt und dessen Breite auf circa200 m einengt. Das Wasser ist hier 23 m tief undbietet dem köstlichen Kheinsalm einen gedeihlichenAufenthaltsort. Einen zauberischen Anblick gewährtdie Sccnerie an der Loreley, wenn der Abend friedeauf die Lande herniedersinkt, der silberne Mond seinbleiches Licht in die Einten des Rheines taucht undan den schroffen Kanten des zackigen Felsens gigan-tische Schattengebilde erzeugt. Unwillkürlich ziehendann jene märchenhaften Gestalten an unserm geistigenAuge vorüber, die mit dem sagenumwobenen Itheineso eng verknüpft sind. Eine weihevolle Stimmungumfängt Herz und Gemüt des Wanderers, all seinerRust und all seinem Leid möchte er Ausdruck gebendurch das tiefempfundene Heine’sche Lied von derIx>reley. Eine Kahnpartie auf dem mondbeglänztenRheine in der Nähe der Loreley, wie ich sie frühereinmal gemacht hatte, gewährt einen besonderen Reiz;für mich bleibt dieselbe für alle Zeit eine der poesie-vollsten Erinnerungen.
Rheinaufwärts gelangt man in kaum einer halbenStunde nach Oberwesel. Die Felsen steigen an beidenUfern des Rheines steil zur Höhe an und stellenweiseist das Passieren der Strasse auf der linken Rhein-scite nicht ohne Gefahr, da durch hcrabfällendes,verwittertes Gestein leicht Unheil angerichtet werdenkann. Warnungstafeln empfehlen den Passanten an