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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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Nach Überwindung noch einer Steigung trug michmein Stahlross auf steil al»fallender, baumbeptlanzterStrasse durch blühende Auen in weniger als einerhalben Stunde hinunter nach Bad Ems. Die anbeiden Ufern der Lahn hingestreckte Stadt zählt 0500Einwohner und gewährt vermöge ihrer prächtigen,durch waldbedeckte Anhöhen geschützten Lage einenangenehmen Sonnneraufenthalt. Als Bad ist Emsschon seit dem .Jahre 1172 bekannt, heute weisendie Bäder eine jährliche Frequenz von 12000 Fremdenauf. Nicht ohne Grund weilte unser verewigter KaiserWilhelm 1. so gerne hier in der von der Natur mitihren Reizen so reich bedachten Stadt. Die dank-baren Emser haben dem grossen Monarchen in denschattigen Parkanlagen ein Marmor-Standbild er-richtet, welches den Kaiser in Civilkleidern darstellt,wie er sie während seines alljährlichen Kurgebraucheshier zu tragen pflegte. Der Besuch des Kurhausesmit den heissen Trinkquellen und seinen glänzendenSälen dürfte Niemand gereuen.

Gestärkt durch einen erfrischenden Imbiss, fuhrich durch das malerische Lahnthal an dem stolzenSchlosse Lahneck vorbei, dem Rheine zu, und liessmich in Niederlahnstein wieder auf das linke Rhein-ufer nach Kapellen übersetzen. Ivapiellen besteht auseiner einzigen Häuserreihe, die sich am Fasse desBergabhanges hinzieht. Seinen Ruf verdankt der Ortnur dem auf stolzer Höhe thronenden Kgl. SchlosseStolzenfels. In einer Viertelstunde erreicht man aufschönem schattigem Fusspfade die Zugbrücke desSchlosses. Der Besuch desselben ist Jedermann gegenein kleines Trinkgeld gestattet. Ein redegewandterFührer macht den Fremden auf Zweck und Herkunftder einzelnen Gegenstände aufmerksam und führtihn in die Geschichte des Schlosses so gut er kann,