Eine wahre Königin des Gesanges lernten wir in derstimmlich reich begabten Sängerin kennen, und unsereHerzen schlugen ihr immer wärmer entgegen. Ein-schmeichelnde Arien aus der Oper „Carmen“, lieblicheKlänge aus „Mignon“ und traute Volkslieder flössenvon ihren rosigen Lippen; wir lauschten mit Andachtdem herrlichen Gesänge. Doch auch diese Freudehatte ein Ende, im Fluge rauschten die schönenStunden vorüber, und mit schwerem Merzen trenntenwir uns von der liebwerten Sängerin.
Des andern Tags bestieg ich mit meinen Freundenden von der malerischen Kuine gekrönten, !52f> mhohen Drachenfels. Welcher Kontrast besteht zwischenden Trümmern dieser (‘inst so stolzen Burg und demnaheliegenden herrlichen Schlosse Drachenburg.Hier die armseligen Fberreste einstiger Grösse, dortein herrlicher Luxusbau in prunkvollstem gotischemStile. Ein grossartiges Panorama bietet sich von derHöhe des Drachenfels, dasselbe zählt zu den schönstenam Bheine. Im Strome selbst erblickt man diegrünen Inseln Grafenwerth und Nonnenwerth, aufletzterer liegt in friedlicher Stille einsam das alteKloster, dem die Insel ihren Namen verdankt. Rings-um grüne Berge, saftige Matten und Rebengelände,fürwahr, ein entzückendes Bild! Der Abstieg vomDrachenfels ging schneller und bequemer von statten,indem ich mich der steil abfallenden Zahnradbahnanvertraute.
Vom Fusse des Drachenfels führt eine Strasseins Siebengebirge hinein zur Klosterruine Heisterbach,die mit vielen Sagen aus alter Zeit umwoben ist.Was würden diese stummen Zeugen einstiger Prachtund Grösse erzählen können, wenn ihnen die Sprachegegeben wäre! Hier im schattigen, waldumsiiumtenTliale blühten einstens Kunst und Wissenschaft, hier