Ein Gang durch die radsportlichc Litteratur.
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Moritz Band, Handbuch des Radfahr-Sports, Technikund Praxis des Fahrrades und des Radfahrens mit 120Abbildungen (Wien, Hartlebens Verlag, 1895). Erlegt dasHauptgewicht auf den Rennsport, welchem beispielsweise vonden 310 Seiten des Buches allein 108 Seiten gewidmetsind, wobei die Wettfahrtbestimmungen einen ungebührlichenRaum in Anspruch nehmen, während der Tourensport,welchen: doch gewiß von allen Radfahrern 99 Prozenthuldigen, sich mit 15 Seiten begnügen muß.
Ein vorzügliches, ebenfalls das gesamte Gebiet des Rad-fahrens umfassendes Werk ist das von dem Kurarzte zuEms, Herrn llr. C. Fressel veröffentlichte, „Der Radfahr-sport, vom technisch-praktischen und ärztlich-gesundheitlichenStandpunkte", welches bereits in 3. Auflage vorliegt. Diefrische, subjektive Färbung, welche der Verfasser seiner Dar-stellung verleiht, hat etwas ungemein Anregendes und istum so dankenswerter, als es ein erfahrener Mann, zugleichArzt und Radfahrer ist, welcher warm für den ihm lieb-gewordenen Radfahrspvrt eintritt.
Anderseits aber ist doch wohl der „ärztlich-gesundheitlicheStandpunkt", von dem aus vr. Fressel nunmehr allesbetrachtet, etwas zu stark betont, und, so sehr ich dasWerk Or. Fressels zu schätzen weiß, welches immer für diesenStandpunkt für uns deutsche Radfahrer als grundlegend undbahnbrechend anzusehen sein dürfte, so kann ich doch das Ge-fühl nicht loswerden, daß hier des Guten etwas zu viel ge-schehen sei und daß vor allem die Verhaltungsmaßregeln beiNnglücksfällen, die innerlichen Erkrankungen und die ganzeEnquete einer besonder» imaginären Radfahrerkrankheit nichtin ein allgemeines Handbuch des Radfahrspvrts gehören, son-dern in ein die medizinisch-chirurgisch-pathologisch-sanitärenVerhältnisse des Radfahrsports behandelndes Spezialwerk.
Alle diese Kapitel sind geeignet, die Begeisterung desangehenden Sportsjüngers unter den Gefrierpunkt fallen zulassen, dienen jedenfalls ganz gewiß nicht dazu, dem Rad-sport neue Jünger znzuführeu, sondern eher als Abschreckung.