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Katechismus des Radfahrsportes
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Die Rennfahrer.

Aber auch in dieser Beziehung, selbst die uiitigeu Anlagenhierzu vorausgesetzt, kann nnr die Uebung und Gewohn-heit der Rennbahn das Höchste erreichen. Daher kommt es,daß auch die besten der jüngeren Fahrer, wenn sie zuerst aufdie Rennbahn kommen, gewöhnlich unterliegen, wenn sie auchihren Gegnern noch so überlegen wären.

Es fehlt ihnen die Wettfahrtaktik, welche jene im höchstenGrade besitzen.

Da die Wettfahrtaktik bei Bahnrennen lediglich Sacheder Praxis ist, so wird der junge Wettfahrer sie auch durchdie ausführlichst dargelegte Theorie nicht lernen, bald aberkann er sie bei einiger geistiger Anlage sich durch praktischeErfahrung zu eigen machen.

Das erste Erfordernis dazu ist die Kaltblütigkeit, welcheder Anfänger schon von vornherein nicht besitzen kann, da sieeine längere Gewöhnung an Bahnrennen erheischt. Fehltdiese Kaltblütigkeit, so hilft auch alle Erkenntnis der Sach-lage nichts, vielmehr verwirren die so plötzlich sich bietendenChancen und Zwischenfälle den Anfänger noch mehr, als wenner gar nicht darauf geachtet hätte und nur tüchtig darauflosgefahren wäre. Denn es handelt sich bei der Rennbahn-taktik darum, nach einem vorher genau entworfenen Planzu handeln, diesen aber mit den sich bietenden Gelegenheitenin Einklang zu bringen. Der Rennfahrer muß die Kräfteund den Charakter seiner Konkurrenten genau zu schätzenwissen, er muß wissen, wodurch diese bisher in der Ziegel ihreErfolge errungen haben, ob durch Schnelligkeitsentwicklungoder durch Danerleistungen. Dann aber muß er sich übersich selbst klar sein und genau wissen, worin er selbst dasBeste leisten kann.

Hat er dies abgewogen, so wird er wissen, ob er dieDefensive oder Offensive wählen soll. Fühlt er sich allenüberlegen, so wird er das letztere festhalten, indem er einscharfes Tempo einschlägt und sich an die Spitze zu setzensucht. Hierdurch wird er die schwächen: Fahrer bald ganzhinter sich lassen und braucht mit ihnen nicht inehr zu rechnen,