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2 (1853) Organische Chemie
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317
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Indigweiss. 317

bei abgehaltener Luft mit luftfreiem Wasser ausgewaschen undin luftleerem Raum über Schwefelsäure getrocknet werden. Esist geruch- und geschmacklos, ohne Reaction auf Pilanzenfarben,unlöslich in Wasser, mit gelber Farbe löslich in Alkohol, Aether,sowie in Alkalien und Erdalkalien. Aus diesen Lösungen schlägtsich bei Zutritt von Sauerstoff Indigblau nieder. Der Uebergangdes Indigblaus in Indigweiss erfolgt durch Austritt von Sauer-stoff und gleichzeitige Aufnahme von Wasser: C 16 II 5 N0 2 O+ IIO = CH.NO,.

Die Anwendung des Indigos zum Blaufärben geschieht inverschiedener Weise. Man führt den Indigo entweder durch(rauchende) Schwefelsäure in Lösungen über, verdünnt mit Wasserund lässt die gebildete Indigo-Schwefelsäure von der Wolle ab-sorbiren, wodurch das sogenannte Sächsischblau entsteht, oderman reduclrt das Indigblau in alkalischen Flüssigkeiten durchEisenvitriol, Auripigment oder endlich durch Zusammenbringenmit faulenden Substanzen, wozu man zum Theil Harn, theilsWaid und Kalk oder Alkalien anwendet (Indigküpen). Das hier-bei entstehende, in Alkalien gelöste Indigweiss wird von hinein-getauchtem Zeug mechanisch aufgesaugt und beim Zusammen-kommen mit Luft schlägt eich das Indigblau auf und in der Fasernieder.

Weitere Verwandlungen des Indigblaus.

512. Isatin, C la H 5 NO,. Durch verschiedene Oxydations-mittel, besonders durch Salpetersäure oder Chromsäure wird dasIndigblau unter Aufnahme von 2 Aeq. Sauerstoff in Isatin ver-wandelt, welches bei dem Erkalten der Flüssigkeit auskrystallisirt.Es bildet durchsichtige, rothbraune Prismen, die ein orangerothesPulver geben. Bei dem Erhitzen schmilzt es, sublimirt zum Theilunzersetzt, doch wird ein Theil dabei zerstört, so dass Kohle hin-terbleibt. In kaltem Wasser ist es wenig löslich, leichter inkochendem Wasser und Aether, besonders reichlich aber in ko-chendem Alkohol. Durch Einwirkung von Salpetersäure wird esin Kitrosalicylsäure (Anilsäure), zuletzt in Pikrinsäure ver-wandelt.

In Kalilauge löst sich das Isatin mit violetter Farbe auf, undauf Zusatz von Silberoxydlösung scheidet sich Isatin- Silber-oxyd, AgO. C 16 H 4 N0 3 , in carminrothen Krystallen ab. Kochtman die Lösung des Isatins in Kali, so geht die violette Farbein Gelb über, indem sich Isatinsäure, HO . Ci 6 H 6 N0 5 , bildetdie mit dem Kali sich vereinigt. Die Isatinsäure lässt sich durch

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