Moringerbsäure.
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Kinogerbssi ure.
479. Kinogummi nennt man ein eingedampftes Extract, wel-ches in braunen trocknen Massen im Handel vorkommt und vonverschiedenen Pflanzen gewonnen wird. Das afrikanische Kinokommt von Pterocarpus erinaceus, das amerikanische von Cocco-loba uvifera. In Wasser löst es sich grösstenteils auf und durchZusatz von Schwefelsäure fällt schwefelsaure Kinogerbsäure, welchedurch kohlensauren Baryt zersetzt, beim Eindampfen die Kino-gerbsäure als eine rothe durchsichtige gesprungene Masse hinter-lässt, die schwer in kaltem, leicht in kochendem Wasser und inAlkohol löslich ist, von Aether aber nicht gelöst wird. Sie erlei-det ähnliche Veränderungen wie die vorhergehenden Gerbsäuren,und verwandelt sich mit Fermenten in Kinoroth. Eisenoxydsalzewerden durch sie schwarzgrün gefärbt.
Moringerbsäure: C 18 H B O 10 oder C 54 H 24 O 30 .
480- Im Gelbholze (Monis tinctoria) ist eine eigenthümlichegelbgefärbte Säure enthalten, die man nach dem Auskochen derinneren Theile des Holzes mit Wasser bei dem Erkalten der Lö-sung in Krystallen ausgeschieden erhält. Sie kommt in vielenBeziehungen mit den Gerbstoffen überein, obwohl es nicht erwie-sen ist, ob sie gleichfalls zu den gepaarten Zuckerverbindungengehört.
Die Moringerbsäure ist ein hellgelbes krystallinisehes Pul-ver von süsslich zusammenziehendem Geschmack; in Wasser, Al-kohol und Aether ist sie löslich. Mit Eisenoxydullösung giebtsie einen grünschwarzen Niederschlag. Bei dem Erhitzen schmilztsie und liefert ein flüchtiges Product, Brenzmorinsäure, dasin Wasser und Alkohol leicht, schwer in Aether löslich ist, bei100° schmilzt und bei 240° siedet. Die Lösungen der Brenzmo-rinsäure reduciren leicht die Salze der edlen Metalle und gebenmit Eisenoxydlösung dunkelgrüne Färbung, in Kalkmilch abereine erst grüne, dann braune Färbung. Die Brenzmorinsäure istmit der Brenzcatechusäure isomer, vielleicht identisch.
Das Gelbholz enthält noch einen anderen Stoff, den manMorinsäure oderMorin, C u H e 0 B , genannt hat, undderwahr-scheinlich zu der Moringerbsäure in einem ähnlichen Verhält-niss steht, wie die Gallussäure zur Eichengerbsäure. Die Morin-säure erhält man, in Verbindung mit Kalk, aus dem Holz durchAusziehen mit kochendem Wasser, Auflösen des beim Erkaltenniederfallenden Bodensatzes in kochendem Alkohol, und Fällen mit
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