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2 (1853) Organische Chemie
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Gly c o coli.

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Glycocoll: C ( H s NO,

411. Das Glycocoll (Glycolin) wird aus verschiedenen thie-rischen Stoffen durch Behandlung mit Säuren oder Alkalien er-halten, z. B. aus Leim, Hippursäure und Cholsäure. Die Ent-stehung desselben aus Hippursäure geschieht nach der Gleichung:Cja.NO, + 2110 = C < H ; N04 + C 14 IL,0 4 .

Hippursäure. Glycocoll. Benzoesäure.

Am besten stellt man es aus der Hippursäure dar. Man kochtdiese mit concentrirter Salzsäure einige Stunden lang, dampft dieLösung fast bis zur Trockne ein, löst den Rückstand in kaltemWasser, wobei die meiste Benzoesäure zurückbleibt, und scheidetdie gelöste Chlorwasserstoffsäure durch Bleioxydhydrat ab.Aus der filtrirten Lösung fällt man das Blei durch Schwefel-wasserstoff, worauf beim Eindampfen das Glycocoll in hartendurchsichtigen Krystallen erhalten wird. Es hat einen süssen Ge-schmack, weshalb es früher Leimzucker genannt wurde. Es istauch in kaltem Wasser leicht löslich, fast unlöslich in Alkoholund in Aether. Beim Erhitzen zersetzt es sich ohne zu subli-miren.

Das Glycocoll verbindet sich mit den Säuren in verschiedenenVerhältnissen. Das schwefelsaure Glycocoll, C,H 5 N0 4HO . S0 3 , wird nur schwierig in Krystallen erhalten. DurchZusatz von Alkohol zu der schwefelsauren Lösung des Glyco-colls wird stets ein Salz in rechtwinkeligen Prismen von der For-mel 3 (C H 5 N 0 4 ) . 2 (II O. S O.,) gefällt.

Das Glycocoll vereinigt sich mit der Chlorwasserstoffsäure inverschiedenen Verhältnissen; bei einem Ueberschuss von Chlor-wasserstoffsäure bildet sich stets das Salz von der Formel:C,H 5 NO, . HCl, das in langen farblosen Prismen krystallisirtund in Wasser, sowie in Weingeist sehr leicht löslich ist.

Eine wässerige Lösung von Glycocoll löst viele Metalloxydeauf, indem es mit ihnen salzartige Verbindungen bildet, die beimAbdampfen in Krystallen erhalten werden. Das durch Kochen mitKupferoxyd dargestellte Gly cocoll-Kupfcr oxy d, C,H,NO. .CuO-)-HO, krystallisirt in tiefblauen Nadeln, die in Alkohol un-löslich sind. Sie verlieren bei 100° 1 Aeq. Krystallwasser. DieSilberoxydverbindung, die man in farblosen Krystallen erhält, hatdie Formel: C 4 H 4 N0 3 .AgO. Selbst mit Kali vereinigt sieh dasGlycocoll zu leicht zerfliesslichen Krystallen.

Die Verbindungen des Glycocoüs mit Salzen krystallisiren