204 Stickstoffhaltige Basen.
Das Binitronaphtalin, C so 1I 6 (N 0 4 ) 2 , geht bei der Be-handlung mitSchwefelwasserstoffinNaphtidin, 2(C, 0 H 5 N) ä , über-CsoHeCNO,^ + 12 IIS = C 20 1I 10 N S + 8HO -f 12 S.
344. Die organischen Basen lassen sich in ihrer Zusaminen-setzungsweise mit dem Ammoniak vergleichen, zunächst die Sauer-stoff- und schwefelfreien. Betrachtet man das Ammoniak alseine Verbindung von 1 Aeq. Stickstoff mit 3 einzelnen Aequiva-
lenten Wasserstoff, und schreibt die Formel desselben: Nil) ,solas-
HJsen sich entsprechend die meisten sauerstofffreien organischenBasen betrachten als Verbindungen von 1 Aeq. Stickstoff mit:! Aeq. verschiedener Radicale, z. B. Methyl, Aethyl, Amyl, Phe-nyl, Wasserstoff u. s. w. Bezeichnen wir solche zusammenge-setzte Radicale mit A, B, C, so lassen sich drei verschiedene Grup-pen solcher Basen annehmen, in welchen nämlich entweder 1, 2oder 3 Aeq. der zusammengesetzten Radicale die Stelle des Was-serstoffs in dem Ammoniak eingenommen haben.
Erste Reihe.
Zweite Reihe.
D
ritte Reihe.
Amidbasen.
Imidbasen.
N
trilbasen.
NH
AJ
NABj
II)
NU
H>
NA}
C)
NH
c.j
NB
Alle Glieder dieser drei Reihen, welche 1 Aeq. Stickstoff' ent-halten, stimmen in ihren Verhältnissen mit dem Ammoniak naheüberein. Sie sind ohne Zersetzung flüchtig, und vereinigen sichmit 1 Aeq. Chlor-, Brom- oder Jodwasserstoffsäure, sowie mit1 Aeq. Sauerstoffsäure und 1 Aeq. Wasser zu neutralen Salzen.Man muss hiernach annehmen, dass sie durch Aufnahme von 1Aeq. Wasserstoff in ein dem Ammonium, NH 4 , ähnliches Radicalsich verwandeln, welches die Fähigkeit besitzt, mit 1 Aeq. Sauer-stoff ein basisches Oxyd zu bilden, und mit 1 Aeq. Chlor, Bromoder Jod zu Halo'idsalzen sich zu vereinigen; sobald man aberdas basische Oxyd aus den Verbindungen mit Säuren darzustellenversucht, so zerfällt es, wie das Ammoniumoxyd, in Wasser und