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2 (1853) Organische Chemie
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Stickstoffhaltige Basen.

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Diejenigen Pflauzenbasen, welche die geröthete Lackmustincturwieder blau färben, hat man früher organische Alkalien oderAlkalo'ide genannt, ein Name, welcher später auf alle or-ganische Basen ausgedehnt wurde. Die Alkaloide sind zumTheil giftig und wirken in geringeren Dosen heilkräftig; einigederselben gehören zu den wirksamsten Heilmitteln.

In den Verbindungsverhältnissen entsprechen die organischenBasen theils, wie auch die vorhergehenden, dem hypothetischenAmmoniumoxyd, oder dem Kali, theils aber auch dem Ammoniak.Sie vereinigen sich nämlich entweder mit 1 Aeq. Chlorwasserstoff-siiure (oder mit anderen Wasserstoffsäuren) in der Weise, dassdabei 1 Aeq. Wasser austritt, oder es wird hierbei kein Wasserabgeschieden. Mit Sauerstoffsäuren vereinigen sich letztere Ba-sen nur bei Gegenwart von Wasser unter Aufnahme von 1 Aeq.Wasser. Erstere dagegen vereinigen sich unmittelbar mitden Sauerstoffsäuren, ohne dabei Wasser aufzunehmen. Dieerstere, bis jetzt noch wenig zahlreiche Classe kann man alsAmmoniumoxydbasen von den letzteren, den Ammoniakbasen,unterscheiden.

343. Die organischen Basen entstehen auf sehr verschiedeneWeise. Bei den künstlich dargestellten Basen kann man folgendeallgemeine Bildungsweisen unterscheiden:

1. Durch directe Vereinigung von Ammoniak mit organi-schen Verbindungen. Bringt manSenföl, C a H,NS 2 , mit wässe-rigem Ammoniak zusammen, so krystallisirt nach kurzer Zeiteine organische Basis, Thiosinnamin, C 8 II„N. 2 S 2 = C 8 H 5 NS.,+ NH,.

2. Durch Substitution eines Wasserstoffäquivalentes imAmmoniak durch organische Radicale. Jodäthyl und Ammoniakvereinigen sich zu jodwasserstoffsaurem Aethylamin , C, H 5 J-(-NH 3 = C 4 H 7 N.IIJ.

3. Manche stickstoffhaltige Verbindungen verwandeln sichbei der Behandlung mit Kali, ohne Aenderung der Zusammen-setzung, in organische Basen. Das durch Vereinigung von Fur-lürol mitAmmoniak erhaltene indifferente Furfuramid, C 30 ll l2N 2 0,j, geht beim Kochen mit Kali in das Alkalo'id Furfurin,C 30 II 12 N 2 O 6 , über. Das Cyanäthyl, C 6 II 5 N, verwandelt sichmitKalium inBerührung in das polymere Cyanäthin, C la H 15 N.,S(Q, H 5 N) = C I8 H 15 N 3 .

4. Viele stickstoffhaltige Verbindungen geben bei der Ein-wirkung verschiedener Agentien, namentlich auch in der Wärme,organische Basen. Dies findet statt, sowohl mit nicht basischen