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2 (1853) Organische Chemie
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Oelsäuren.

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Hieran reiht sich die Ricinölsäure, H 0 . C 36 II 33 0 5 , welche in-dessen durch ihren grösseren Sauerstoffgehalt abweicht.

Oelsäure: H0.C M H B 0 3 .

147. Die-Oelsäure, auch Oleinsäure genannt, kommt in denmeisten Fetten und fetten Oelen des Thier- und Pflanzenreichsan Glycerin gebunden vor. Durch Kochen dieser Oele, wozuMandelöl besonders geeignet ist, mit verdünnter Kalilauge er-hält man daraus ein Gemenge der Kalisalze von Oelsäure undder fetten Säuren, welches man, in Wasser gelöst, durch Blei-zucker-Lösung fällt. Die sich abscheidenden Bleisalze werdengetrocknet und mit Aether behandelt, worin das Ölsäure Bleioxydallein löslich ist. Nach dem Verdunsten des Aethers bleibt dasÖlsäure Bleioxyd zurück, und liefert mit Chlorwasserstoff zer-setzt, freie Oelsäure. Diese Säure ist nicht vollkommen rein,weil die Oelsäure während der Behandlung Sauerstoff aus derLuft aulgenommen hat. Um sie rein zu erhalten, löst man siein Ammoniak, fällt durch Chlorbarium Ölsäuren Baryt aus, undbehandelt denselben mit kochendem Alkohol, worin er sich löstund bei dem Erkalten wieder auskrystallisirt. Der ölsaure^Ba-ryt wird durch Weinsäure zersetzt.

Die reine Oelsäure krystallisirt bei — 4° in Blättchen, ähn-lich der Talgsäure, ist aber bei -j- 14° eine wasserhelle Flüs-sigkeit, ohne Geruch und Geschmack, welche Lackmus nicht rö-thet. Sie ist nicht ohne Zersetzung flüchtig, sondern sie zerfälltbeim Erhitzen in verschiedene Producte.

Beim Stehen an der Luft zieht die Oelsäure rasch Sauerstoffan, und verwandelt sich in eine gelbe, ölartige Säure, von starksaurer Reaction.

Bemerkenswerth ist noch das Verhalten der Oelsäure gegensalpeterige Säure. Leitet man durch Oelsäure salpeterige Säure,so erstarrt sie vollständig zu einer krystallinischen Masse, welcheeine in farblosen Blättern krystallisirende neue Säure, Elaidin-säure, HO.C 36 II 33 0 3 , darstellt, die der Oelsäure isomerist. Die Eläidinsäure schmilzt erst bei 45°, und lässt sich unzer-setzt destilliren. Sie erleidet an der Luft bei gewöhnlicher Tem-peratur keine Veränderung. Es ist dies ein merkwürdiges Bei-spiel von Isomerie. Die Wirkung der salpeterigen Säure hierbeiist noch nicht vollständig erklärt.

Die Ölsäuren Salze gleichen den Salzen der fetten Säuren;wie bei diesen sind die Alkalisalze entweder einfach - oder zwei-fach-sauer.

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