C8 Cyan.
dein von 2 Aeq. gepulvertem Blutlaugensalz mit 5 Aeq. Salpe-tersäure , die man vorher mit Wasser verdünnt hat. Beim Er-wärmen entwickeln sich Kohlensäure, Stickstoff und Blausäure.Sobald alles anfangs gebildete Ferridcyankalium zerstört ist, neu-tralisirt man die kaltgewordene Lösung mit kohlensaurem Natronund erhält nun beim Abdampfen zuerst Krystalle von salpetersauremKali und Natron, und aus der Mutterlauge rubinrothe, dem Fer-ridcyankalium ähnliche Krystalle des rhombischen Systems vonNitroprussidnatrium, Fe.,Cy 5 N0 2 + Na 2 -f 4HO. Die Lösungder Krystalle in Wasser giebt mit salpetersaurem Silberoxydeinen röthlichweissen Niederschlag von Nitroprussidsilber,Fe 2 Cy 5 N0 2 -f- 2Ag, welcher, mit Chlorwasserstoffsäure zersetzt,unter Abscheidung von Chlorsilber, Nitroprussidwasser-st off säure frei macht, die man aus der Lösung beim Verdun-sten in zerfliesslichen dunkelrothen Krystallen erhält.
Die löslichen Nitroprussidmetalle werden durch Schwefelkalime-talle purpurroth oder blau gefärbt, eine Farbe, die so intensiv ist,dass man mittelst Nitroprussidnatrium die geringsten Spuren lösli-cher Schwefelmetalle oder von Schwefelwasserstoff nachweisen kann.
Schwefelcyanmetalte (Rhodamnetalle).
82. Das Cyan vereinigt sich in seinen Verbindungen mitden Alkalimetallen, wenn es mit Schwefel zusammenkommt, oderwenn Cyangas mit Schwefelkalium zusammentreffen, zu einemneuen Radical, dem Schwefelcyan, C 2 NS 2 , auch Rhodan ge-nannt, welches die Eigenschaft besitzt, mit Wasserstoff zu einerSäure und mit den Metallen zu salzartigen Verbindungen zusam-menzutreten. Verbindungen von Schwefelcyan finden sich inder Natur. So enthält der Speichel der Menschen und Schaafeein Schwefelcyanmetall und in dem Senfsamen ist gleichfalls eineorganische Schwefelcyanverbindung enthalten.
Das Radical, welches diesen Verbindungen zu Grunde liegt,lässt sich nicht rein erhalten. Leitet man Chlorgas durch eineAuflösung von Schwefelcyankalium, so entsteht ein gelbrotherNiederschlag, Pseudoschwefelcyan genannt, welcher nachdem Auskochen mit Wasser gleiche Aequivalente Schwefelcyanund Schwefelcyanwasserstoff enthält.
83. Die Schwefelcyanwasserstoffsäure, H . CyS 2 ,erhält man durch Zersetzung von Schwefelcyanquecksilber durchtrocknes Schwefelwasserstoffgas, als eine farblose ölige Flüssig-keit, welche sich in Wasser löst, stark sauer schmeckt, und wie