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2 (1853) Organische Chemie
Entstehung
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Ferrocyan. C5

unter Entwickelung von Stickstoff und hinterlässt ein Gemengevon Cyankalium mit Kohleneisen.

Man stellt dieses Salz in Fabriken durch Glühen von stick-stoffhaltiger Kohle mit kohlensaurem Kali dar. Man verkohltThier^offe, welche nicht viele phosphorsaure Salze enthalten, wieBlut, Hörn, Lederabfalle u. s. w., und erhalt hierbei als Rückstandeine sehr stickstoffhaltige Kohle, welche man mit etwa ihremgleichen Gewicht Potasche und etwas Eisenfeile in grossen guss-eisernen Gefässen erhitzt. Zuerst bringt man die Potasche inglühenden Fluss und setzt hierauf die Thierkohle und das Eisenzu, wobei ein starkes Aufblähen und Entwickelung von Gasenerfolgt- Es entsteht hierbei Cyankalium und Schwefeleisen, letz-teres aus den schwefelsauren Salzen der Potasche. Kocht mandie geschmolzene Masse mit Wasser aus, so löst sich das Cyan-kalium auf und verwandelt sich mit dem Schwefeleisen in Ferro-cyankalium und Schwefelkalium: 3 K Cy -\- Fe S = Cy a Fe K 2 -j-KS. Man dampft diese Lösung zur Krystallication ein, und rei-nigt die beim Erkalten sich abscheidenden Krystalle von Blutlau-gensalz durch nochmaliges Umkrystallisiren.

Das Ferrocyankalium giebt in wässeriger Lösung mit denmeisten Salzen der schweren Metalloxyde Niederschläge, welchehäufig charakteristische Farben besitzen. In diesen Nieder-schlägen sind entweder die 2 Aeq. Kalium oder nur 1 Aeq.durch eine äquivalente Menge des angewendeten Metalls vertreten.Giesst man z B. schwelelsaures Kupferoxyd in eine Lösung vonFerrocyankalium, so entsteht ein brauner Niederschlag von Fer-rocyankupferkalium, Cly -(- Cu -|- K. Bringt man dagegen umge-kehrt Ferrocyankalium zu überschüssigem schwefelsaurem Kupfer-oxyd, so entsteht ein dunkelpurpumther Niederschlag von Ferro-cyankupfer, Cfy -\- 2Cu. Silberoxydlösungen werden durch Ferro-cyankalium weiss gefällt, indem sich unlösliches Ferrocyansilber,Cfy -\- 2Ag, ausscheidet, und in ähnlicher Weise verhalten sichdie übrigen Metalllösungen. Mit Eisenoxydulsalzen giebt Ferro-cyankalium einen weissen Niederschlag, der an der Luft sich raschblau färbt. Mit Eisenoxydsalzen entsteht dagegen sogleich einschön blauer Niederschlag von der Formel (3Cfy -f- 4Fe), Berli-nerblau genannt, der in der Oelmalerei, sowie in der Färbereisehr häufig angewendet wird. Zwischen dem Anderthalbfach-thloreisen und dem Ferrocyankalium findet hierbei folgende Zer-setzung statt-

3 (Cfy -f- 2K) + 2(Fe. 2 Cl 3 ) = (3 Cfy + 4 Fe) + CKC1.

78. Ferridcyankalium, 2 Cly -J- 3K. Leitet man in