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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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"Wasser.

besitzen gegenüber den Filtern den Yortheil einer gleichbleibenden Ergiebigkeit, be-einträchtigen aber den Geschmack des Wassers (anhaftender Kochgeschmack andhohe Temperatur des Wassers) und beseitigen auch nicht immer die vorhandenenTrübungen in einem Wasser, zumal sich durch das Kochen unter Umständen Calcium-karbonat ausscheiden kann; dabei durchwachsen bei einigen Apparaten während derRuhe die Bakterien die Beinwasserwege, weshalb eine öftere Reinigung und Sterili-sation des ganzen Apparates nothwendig ist.

Rietschel und Henneberg *) haben daher einen fahrbaren Trinkwasserbereiterdurch Sterilisation eingerichtet, welcher diese Uebelstände zum Theil vermeidet. DasWasser wird mit diesem Apparat von erdigen und dergleichen Beimengungen befreit,bei 110° (0,5 Atm. Ueberdruck) sfcarilisift, das sterilisirte Wasser wieder mit .Luft ge-mischt und dadurch vom Kochgeschmack befreit, dass es durch Kohle filtrirt wird;das gewonnene Wasser ist höchstens 5° wärmer als das Rohwasser; ausserdem lassensich alle Theile des Apparates vor der Trinkwasserbereitung vollkommen sterilisiren.was für eine Anzahl anderer Apparate dieser Art nicht zutrifft. In D.-R.-Pat.No. 131230 i-it auch ein keimsicheres, aus Knochenkohle bestehendes Luftfilter be-schrieben, auf welches das gekochte Wasser mittels einer Brause vertheilt und eben-falls der Kochgeschmack beseitigt wird.

Wenn hiernach die Technik der Wassersterilisation durch Kochen sehr voll-kommen ausgebildet ist, so ist das Verfahren wegen der damit verbundenen Kostenuoch nur in gewissen und engeren Grenzen ausführbar.

Im Anschluss hieran mag erwähnt sein, dass man Meerwasser oder sonstige un-geniessbare Wässer auch durch Destillation für Trinkvvasserzwecke nutzbar zumachen pflegt, wobei ebenfalls der Grundsatz der Gegenströmung in Anwendungkommt; solche Apparate sind z. B. von Pape & Henneberg in Hamburg und vonder Mirless Watson and Yaryan Company Lim. in London und Glasgow erbautworden; dieselben haben vorwiegend nur für die Seeschiffe Bedeutung und haften demdestillirten Wasser die oben erwähnten Uebelstände in noch höherem Grade als demgekochten Wasser an.

S. Reinigung bezw. Sterilisation des Wassers auf chemischem,

Wege. Auch für diese Art Reinigung sind eine Reihe Verfahren, d. h. eine Reihechemischer Verbindungen vorgeschlagen, die man in drei Gruppen eintheilen kann:

a) Solche chemische Verbindungen, welche vorwiegend nur mecha-nisch auf die unreinen Bestandteile und durch Bakterien-Fällung wirken.Hierzu gehören:

Eisenchlorid, Alaun, { mit und ohne Anwendung vonEisensulfat, Kreide, ! Kaik oder Natriumbikarbonat,Kalk für sich allein, ferner Kochsalz.

Die Wirkung dieser Zusatzmittel besteht darin, dass sie in dem Wasser einenNiederschlag erzeugen, der wegen des höheren spec. Gewichtes schnell zu Bodensinkt und die Schwebestoffe einschl. eines Theiles der Bakterien mit niederreisst.

Wenn der Zusatz von Kalk allein eine Wirkung äussern soll, so muss das Wassereine genügende Menge Bikarbonate (von Calcium, Magnesium bezw. Alkalien) ent-halten, womit derselbe unlösliches, die Fällung unterstützendes Monocalciumkarbonatbilden kann. Hierdurch wird auch das Wasser gleichzeitig kalk- bezw. magnesia-

') Zeitschr. f. Hygiene 1902, 40, 621