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ELEMENTARE ZEUGUNG UND FORTPFLANZUNG DER FLECHTEN.
wegen knorpeliger Substanz zur Generation die Entstehung der Flechten, so stofsen wir
fähig zu seyn. Man darf jedoch nicht mit auf dieselben Schwierigkeiten, welche sich
Meyer annehmen, dafs sie als das beste cha- überhaupt den Forschern der Entstehung
rakteristische Merkmal der Flechten gelten von Organismen entgegenstellen , indem,
müsse, da sie sowohl den Staub-, als Gallert- unbekannt mit dem belebenden Prinzip, wir
flechten gänzlich abgeht, als auch bei schon nur die Formen verzeichnen können, unter
alten krustigen und laubartigen Flechten nicht denen es dem menschlichen Auge zuerst er-
mehr erkannt wird. Auch sucht man bei scheint. Selbst aber auch hier sind grofse
allen nach einer wahren Oberhaut vergebens. Hindernisse vorhanden, welche kaum ganz
Im Betreff der blüthe- und fruchtähn- zu beseitigen sind. Dennoch hat eine treue,
liehen Organe fügen wir im Folgenden, wo vorurteilsfreie Naturbeobachtung Manches
wir von der Zeugung handeln, Einiges gelehrt, was wir hier in gedrängter Kürze
hierher gehörige bei.
Noch ist ihrer chemischen Bestandtheilekürzlich zu gedenken, von denen wir jedochunserem Plane gemäfs nur soviel bemer-
mitzutheilen gedenken.
Vor allen wird der Unterschied .zwischenelementarer Zeugung und Fortpflan-zung nöthig, indem jene die hauptsächlich
ken, dafs sie vornehmlich in Stärkemehl, durch allgemeine Naturkräfte bewirkte Ent-Gummi, Bitterstoff und verschiedenen, meist stehung, diese aber nur die reproduetive,rothen oder braunen (in mannichfachen also aus schon gebildeten ähnlichen Orga-Abstufungen) Färbestoflen bestehen. Doch nismen derselben Art hervorgebrachte an-ist der Gehalt dieser Stoffe bei den ver- deutet.
schiedenen Familien verschieden, und na-mentlich fand Braconnot, dafs die meistenKrustenflechten (insonderheit Variolariacommunis) eine gröfsere Menge von sauer-kleesaurem Kalk enthielten, als die blatt-
Selbst aber bei jener ursprünglichen,elementaren , erscheint eine doppelte Weise.Bei der einen nämlich bemerkt man dieerste Bildung innerhalb der Substanz andererKörper, was namentlich manche Rinden-
artig gestalteten. Mehr oder minder bitter flechte lehrt, die endlich aus der Epidermis
pflegt der Geschmack zu seyn, oft fast zu- hervortritt, indefs bei andern leichter wahr-
sammenziehend, und der Geruch bei einigen, nehmbaren die ersten Rudimente als ein
besonders blatt- und baumartigen Flechten staubartiger Ueberzug auf fremden Körpern,
laugenhaft oder wie bemerkt jodinartig. wie Erde, Steinen, Bäumen u. s. w., erschei-
Allein keine Flechte scheint gegen das thieri- nen. Letztere pflegt in mehr oder minder
sehe Leben als Gift zu wirken, wogegen die rundlichen Körnern zu bestehen, die meist
Medizin ihnen schon längst nährende, ein- grünlich sind, sich aber durch Oxydation
hüllende und die gesunkene Vegetationskraft der Atmosphäre gelb, röthlich, schwarz
belebende Mittel verdankt, u. s. w. färben und im Ganzen die gröfste
Verwandtschaft mit Arten des Geschlechts
5. Elementare Zeugung und Fort- coccochloris Spreng, verrathen, nur dafs
Pflanzung. letzte den Algen anheim fallen, wiewohl
Richten wir unsere Untersuchung auf auf dieser Stufe nicht selten eine scharfe
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