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1 (1829) Enthaltend die Rinden und ihre Parasiten aus der Ordnung der Flechten : in sechs Heften
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BEGRIFFSBESTIMMUNG DER FLECHTEN.

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Krankheitsorganismen erscheinen. Damit chen, Becherchen, Knöpfchen, Warzen, längli-behaupten wir indefs nicht, dafs sie die chen Streifen u. s.w. aufweisen, aber eigentlichUrsache jenes Zersetzungsprozesses wären, nur die Vorbilder der Blüthen und Früchteinsofern sie ja erst Producte desselben sind, edlerer Pflanzengeschlechter sind, ohne inZu den anderen aber rechnen wir Moose Wahrheit die Fortpflanzung allein zu vermit-und Flechten, wefshalb deren Standort teln, da, obschon sie sowohl, als auch der Thal-auch auf Steinen und andern Körpern wahr- lus, theils freie, theils in eigenen Schlau-genommen werden kann, von denen man chen (tliecae') eingeschlossene samenähnlicheüberzeugt ist, dafs sie ihnen keine Nahrung Körnchen enthalten, doch kaum sichere Er-spenden. Dennoch hat, was insonderheit fahrung für die entgegengesetzte Annahmedie Flechten und unter diesen die Rinden- spricht. Dagegen werden im Innern und aufflechten betrifft, das Substrat unläugbaren der Oberfläche des Thallus hier und da kleineEinflufs auf die Formation, wefswegen jene Häufchen von Tvlxer (Soredia, sori) wahrge-nicht als unbedeutend betrachtet werden nommen, welche den eigentlichen Keimstoffdürfen, ja, da einzelne Arten blofs auf diese knospenartig enthalten , also die wirklicheoder jene Funde beschränkt sind, so berech- Fortpflanzung unter sonst günstigen Verhält-tigt uns diefs zu Wechselschlüssen. Letzte- nissen stets bewerkstelligen können,res ist bei den Moosen (Leber- und Laub- Fragen wir nach der Urform, die bei al-moosen) weniger der Fall, indem diese schon len diesen mannichfaltigen Lichenengestaltenunabhängiger von ihrem Standorte sind, mehr oder minder deutlich erkannt werdenüberdem auch nicht in solcher Anzahl auf kann, so ist diefs die kreisrunde, deren Centrumihnen angetroffen werden, als die Flechten, dann die Apothekien plastisch darstellen, wel-zu deren Begriffsbestimmung wir nun über- che gleichsam von neuem den Thallus aufgehen. höherer Stufe wiederholen, und demnach~ .„ . hierauf wiederum in ihrem Centro die sa-

2. Begriffsbestimmung der Flechten. menähnlichcn Körner einschließen. Sogar

Wir verstehen unter Flechten oder Li- die strauchartigen Lichenen sind als Radien

chenen (lichenes) blüthenlose ausdau- eines Kreises zu betrachten, welche im Cen-

ernde vegetabilische nicht im Was- tro angeheftet sind, und sich aufrichteten,

ser lebende Organismen, welche im wodurch ihre peripherischen Enden zu Spi-

Aeufsern staubartig, krustig, blatt- tzen werden, welche nicht selten Apothekien

oder baumförmig erscheinen, im (Knöpfchen oder Becher) tragen. Solche

Innern eine körnige Structur oder Ansicht findet deutlich beim Geschlechte Ce-

ein filzartiges Gewebe zeigen, oder noviyce Ach. seine Belege,endlich homogen knorpelartig sind. Noch hat man, wie Acharius that, den

Gewöhnlich ist dieser so gestaltete Flechten- Flechten Wurzeln abgesprochen, und sie haben

körper, den man mit dem griechischen Worte auch solche nicht, wie sie den meisten sicht-

tliallus zu bezeichnen pflegt, mit einer Art von barblühenden (phanerogamischen) Gewächsen

Scheinfrüchten (Apothekien) besetzt, welche zukommen , und zur Aufnahme der Nahrungs-

meist anders gefärbt die Form von Schüssel- flüssigkeit dienen; allein wohl bemerkt man