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1 (1829) Enthaltend die Rinden und ihre Parasiten aus der Ordnung der Flechten : in sechs Heften
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4 CORTEX ALCORNOQUE VEL CHABARRO.

habe; aufsen sitze nämlich eine gelblich- ein horniges Gefüge. Die zweite Schicht, den

braune Rinde, und im Querdurchschnitte zci- Uebergang der Rinde in Bast bildend, sieht

ge sich ein grünlichgelbes Holz, welches ring- blafsgelblichbraun ; die innere Schicht ist

förmig einen dunkel gefärbten Kern ein- Splint, der häufig der Rinde noch adhärirt;

schliefse. er sieht gelblichweifs , auch schmutzigweifs-

Den neuesten Nachrichten zufolge (g), soll lieh, ist von dichtem, jedoch dabei faserigem

die Alkornokrinde von Boicdichia virgilioi- Gefüge, von schwächerm Geruch und Ge-

des abstammen, einem Baume aus der Fami- schmack als die Rinde, und ziemlich leicht

lie der Leguminosen, welcher in der Gegend davon trennbar,der Mündung des Oronokoflusses und an an- Der Geschmack der Rinde ist zusammen-

dern Orten Amerikas wächst (li).

ziehend, etwas bitterlich, der Geruch dum-pfig, moosartig, den Chinarinden nicht un-ähnlich.

in.

Wir bekommen die Alkornokrinde überEngland im Handel, bezahlten anfangs dasrfund mit 4 Thalern, jetzt aber nur nochmit 2 — 2 £ Thalern , da sich ihre gegen dieFthysis angerühmten Wirkungen nicht be-stätigt zu haben scheinen.

Ihres hohen Preises wegen wurde sie baldmit andern ähnlichen Rinden verfälscht, und

II.

Sie wurde im Jahr 1804 zuerst von DonJoachimo Jove nach Spanien gebracht,im Jahr 1812 durch Dr. Poudenx in Frank-reich eingeführt, und kurz darauf erhielten■wir sie aus England auch in Deutschland.

Sie kommt in 4 — 10 Zoll langen und2 — 4 Zoll breiten , meist ilachen , selteneretwas zusammengerollten Stücken vor. Aufihrer Oberfläche erscheint sie bald zerrissenmit tiefen Quer- und Längsrissen, bald ab- viel]eicht jgerieben und gewöhnlich ohne Oberhaut. k bei ihm Anwendung die beabsichtigtenIm ersten Falle hat sie eine röthlichbraune wirkungen nicht wahrnahmen,an einigen Stellen ins Gelbe sich neigende

Farbe; im zweiten Falle ist sie mehr röthlich- **•

und braungelb, und abwechselnd mit dunk- Der kalt - oder heifsbereitete wäfsrige

lern braungelben Flecken versehen. Beim Auszug der Alkornokrinde besitzt eine gelb-Längsdurchschnitte der Seitenkanten bemerkt liehe Farbe und ist klar; der geistige Auszugman deutlich drei verschiedene Schichtungen, sieht dunkelroth aus, und beide Flüssigkei-Die erste Schicht nach der Aufsenseite zu bei ten besitzen den Geschmack der Rinde,etwas dicken Rinden, beträgt zwei bis drei Untersucht wurde sie von Cadet und

Linien, sieht dunkelroüibraun aus und zeigt Nachet(i), von Trommsdorff (A), von

(g) Journal de Pharmacic, Septbr. 1820. S. 47!).

(h) ÄuntA's Synopsis plantarum acquinoct. Orbis noviToni. IV. S. 70. JJowdichiavirgilioides. Aleor-n o eo incolarum. Arbor inermis. Crcsclt prope Ilar-bnlam, inter JSucva J alencia et Porto - Cabello; in LosLlanos de liarcellona, prope la ) illa del Pao; et adripam Orinoci, inter elus oslia et Carichanam , alt. 30 —

150 hex. fy. Arbor prostrata facile convertitur in lapidem,dieunt incolae

(i) Bull, de Pharm. 1812. und Dictionn. des drogucs p.Rieh, et Chev. I. S. 2«5.

(k) Trommsdorff's Journ. d. Pharm. XXV. 1, St.S. 38.