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1 (1829) Enthaltend die Rinden und ihre Parasiten aus der Ordnung der Flechten : in sechs Heften
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2 CORTEX ADSTRINGENS BRASILIENSIS.

und auf der Bastlage ist sie sowohl bei jun- gegen Reagentien soll von dem derRatanhia-gen als alten Rinden ziemlich glatt und dun- wurzel nur in wenigen Puncten abweichen,kelrothbraun. Auf den Seitenkanten, beson-

ders beim frischen Bruche derselben, sieht siehell und gelblichbraun und auf der innern inder Regel glatten Fläche, bei alten Rindendunkel, bei jungen hellrothbraun. Bei alten

V.

Erklärung der Abbildungen.

Fig. 1.

Taf. I.Die Aufsenseite einer alten fla-

Rinden bemerkt man häufig sowohl auf der chen Rinde, welche im Innern noch mit er-innern, als äufsern Fläche ausgeschwitzte ner Splintlage versehen ist, und daher bei a.a.Gummi?- oder Harz ?-Puncte (Fig. 1. c. c. c. einen kurzsplittrigen Bruch zeigt. Das Ober-und Fig. 2.); diefs deutet auf einen starken häutchen fehlt ganz bei dieser Rinde, eben soHarz- oder Gummi - Gehalt hin, obschon die blauweifsen Flechten; sie erscheint runz-Sehlmeyer (d) äufserst wenige harzige lieh, ist an einigen Stellen, bei c. c. c., ganzTheile bei Untersuchung jder Rinde gefun- von der eigentlichen Rinde entblöfst, undden haben will. zeigt daselbst mehre ausgeschwitzte Harz-

Der Geschmack der Piinde ist ungemein punete.

stark adstringirend und Speichel hervorru- Fig- 2. Ist dieselbe Rinde mit herausge-

fend, jedoch ohne allen Nebengeschmack; kehrter innerer Fläche. Bei a. a. erblickt

Geruch besitzt sie gar nicht; gepulvert er- man den splittrigen Bruch der Splintlage;

bei b. b. die durchs Reiben beim Transportfaseiig gewordenen helleren Seitenkanten

scheint sie röthlichbraun.

in.

Wir erhalten diese Rinde bis jetzt blofsdurch den Kaufmann Schimmelbuschzu Solingen im Handel, welcher sie directaus Brasilien gesendet bekommt. Man be-zahlt bei ihm für das Pfund 3 Thlr. Preufs.

Courant.

IV.

und bei c. c. c. die ausgeschwitzten Harz-punete.

Fig. 3- Eine einfach gerollte Rinde mitzerrissener Oberfläche, bei a. a. mit einemblaulich- und gelblichweifsen Flechtenüber-zuge versehen und bei b. von der Rinde ent-blöfst, so dafs man die dunkelbraune Bast-

Nach einer oberflächlichen Untersnchung läge erblickt.

von Sehlmeyer a. o. angef. O. besitzt siein Wasser und Alkohol lösliche Substanzenmit vorherrschendem Gerbstoff und nur äu-fserst wenig harzige Theile, und es soll dem-nach die Wirksamkeit derselben in der Ver-

Fig. 4. Eine um sich selbst gewundenedünnere B-öhre, ebenfalls fast ganz von derRinde entblöfst; bei b. ist noch etwas vonder runzlichen Rinde bemerkbar; bei a. er-blickt man die durch den Bruch entstande-

bindung des Gerbstoffs mit dem Extractiv- nen Bastfasern, welche aus dem Innern derStoffe liegen (<?). Das Verhalten der Rinde Röhre hervorragen.

(d) Sehlmeyer in Brandes Archiv III B. S. 62.(c) Brandes hat uns eine genaue Untersuchung dieser(linde (Archiv II. B. S. 205.) versprochen, und wir se-

hen dcrsclhen mit Erwartung entgegen , da insbesonderedie Rinde in Deutschland mit Erfolg angewendet zuwerden scheint.