Druckschrift 
9/10 (1845)
Entstehung
Seite
146
Einzelbild herunterladen
 

148

der Hof in VincenneS'war, hörte man plötzlich einengewaltigen Lärmen im Zimmer des Königs, weichermitten ans dem Balle, den er an dem Todestage derzwei jungen Leute gegeben, heftiger als je krank gewor-den war und auf Änrathen der Äerzte eine reinere Lustauf dem Lande gesucht hatte.

Es war acht Uhr Morgens. Eine kleine Gruppevon Höflingen lief im grüßten Eifer in das Vorzimmer,als. plötzlich ei» Schrei erscholl und auf der Schwelledes Gemaches die Amme von -Karl, die Augen inThränen gebadet und vor Verzweiflung laut kreischend,erschien.

Zu Hülfe dem König! zu Hülfe dem König!"

Steht es denn schlimmer bei Seiner Majestät?"fragte der Kapitän von Nanerp, den der König, wie wirgesehen haben, von jedem Gehorsam gegen die KöniginEatharina entbunden hatte, um ihn ganz allein seinerPerson bei,?,»gesellen.

DH! wie viel Blut, wie viel Blut!" sprach dieAmme.Die Aerzte! ruft die Acrzte!"

Mazille und Nmbroise Pare lösten sich bei demerhabenen Kranken ab. und Ambroise Pare, welcher dieWache hatte, war, als er den König einschlafen sah,diese Betäubung benützend ans einige Augenblicke weg-gegangen.

Während dieser Zeit hatte der König einen starkenSchweiß bekommen, und da Karl an einer Erschlaffungder Harngefäße, litt und diese Erschlaffung einen Blut-fiuß der Haut hcrbeifnhrte, so hatte der blutigeSchweiß die Amme erschreckt, die sich an dieses seltsamePhänomen nicht gewöhnen konnte und, wie man sicherinnern wird eine Protestantin, ihm nnabiäßig sagte,das in der Bartholomäusnacht vergossene Blut habesein Blut gefordert.

Man stürzte in allen Richtungen fort; der Dvctorsollte nicht ferne sehn und man mußte ihn nothwendigfinden. Das Vorzimmer blieb also leer, denn Jeder