Druckschrift 
9/10 (1845)
Entstehung
Seite
121
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von der Trogbahre herabzuspringen, sobald er in derKapelle angelangt im Chor drei Schritte vom Altareinen Menschen in einem großen weißen Mantel liegensah. Es war La Mole.

Die zwei Soldaten, welche die Tragbahre beglei-teten, waren an der Tküre stehen geblieben.

Da man uns die letzte Gnade erweist, uns nocheinmal mit einander zu vereinigen," sprach CoconnaS mitschleppender Stimme,so tragt mich zu meinem Freunde."

Die Träger hatten keinen Gegenbefehl und machtendaher auch keine Schwierigkeit, die Bitte von CoconnaS ,zu erfüllen.

La Mole war düster und bleich. Sein Kopf ruhtean dem Marmor der Mauer; seine schwarzen Haare inreichlichen Schweiß gebadet, der seinem matten Antlitzdie Bläffe des Elfenbeins verlieh, schienen die Steifheitbehalten zu haben, nachdem sie sich auf seinem Hauptegesträubt hatten.

Ans ein Zeichen des Schließers entfernten sich diezwei Knechte, um den Priester zu holen, nach welchemCoconnaS verlangte.

Dieß war das verabredete Zeichen. CoconnaS folgteihnen mit ängstlichem Auge. Aber er war nicht derEinzige, der den glühenden Blick aus sie geheftet hatte.

Kaum waren sie verschwunden, als zwei Frauenhinter dem Altar hervorstürzten und in den Chor miteinem Frcudenschaner einbrachcn, der ihnen vorhergingund gleichsam die Luft bewegte, wie ein heißer Hauchdem Sturme vorhergeht.

Margarethe eilte auf La Mole zu und schloß ihnin ihre Arme.

La Mole stieß einen furchtbaren Schrei aus, einenvon jenen Schreien, wie sie CoconnaS in seinem Ge-fängnisse gehört hatte.

Mein Gott! was ist Euch denn, La Mole?" sagteMargarethe, voll Schrecken zurückweichend.

Königin Margot. III. 9