Druckschrift 
9/10 (1845)
Entstehung
Seite
100
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Mole gerufen worden sehn? ... ist er krank? was solldas bedeuten?"

Alles ist Verdacht und Unruhe für einen Gefangenen,wie auch Alles Hoffnung und Freude für ihn ist.

Es verging eine halbe Stunde, dann eine Stunde,und endlich waren anderthalb Stunden vorüber.

CoconnaS fing an aus Aergec einzuschlafen, alsdas Geräusch des Schlosses ihn auffahren machte.

Oh! oh!" sagte er,ist es schon die Stunde zumAbgang und führt man uns in die Kapelle, ohne daßwir verurtheilt find? Mordi! das wäre ein Vergnügen,in einer solchen Nacht zu fliehen, denn es ist schwarz,wie in einem Kamin: wenn nur die Pferde nicht blindsind."

Er wollte eine lustige Frage an den Schließer rich-ten , als er sah , daß dieser seinen Finger auf die Lippenlegte und dabei seine großen Augen sehr beredt im Kopfeherum wälzte.

Man horte in der That hinter dem Kerkermeisterein Geräusch und erblickte Schatten.

Plötzlich unterschied er mitten in der Finsterniß zweiBickelhauben, auf welche von der rauchigen Kerze Licht-streifen geworfen wurden.

Oho!" fragte er mit leiser Stimme,was be-deutet diese traurige Erscheinung? Wohin gehen wirdenn?"

Der Kerkermeister antwortete nur mit einem Toneder große Aehnlichkcit mit einem Seufzer batte.

Mordi!" murmelte Coconnas,was für ein nieder-trächtiges Dascpn! stets Ertreme, nie fester Grund.Man zappelt entweder in hundert Fuß tiefem Wasser,oder mau schwebt über den Wolken; nie eine Mitte!Sprecht, wohin gehen wir?"

Folgt den Hellebardieren, mein Herr," sagte eineschnarrende Stimme, woran Coconnas erkannte, daßdie Soldwen, die er im Halbdunkel erblickte, von einemGerichtsdimer begleitet wurden.