Druckschrift 
9/10 (1845)
Entstehung
Seite
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In der That," sprach lebhaft der Kerkermeister,geht hinein, geht hinein!"

lind wann glaubt Ihr, daß das Urtheil gefälltwerden wird?" fragte La Male.

Spätestens nwrgen. Aber seyd unbesorgt, die Per-sonen , welche davon in Kenntniß gesetzt werden sollen/erhalten Nachricht/'

Dann wollen wir uns umarmen und von diesenMauern Abschied nehmen/'

Die zwei Freunde warfen sich einander in die Arme,und jeder kehrte in sein Zimmer zurück, La Mole seufzend,Coeonnas trällernd.

Es fiel nichts Neues bis sieben Uhr Abends vor.Die Nacht senkte sich düster und regnerisch auf den Thurmvon VinccnneS herab, .. eine wahre Entweichungsnacht.Man brachte das Abendbrod für Coeonnas, welcher mitseinem gewöhnlichen Appetit speiste, während er audas Vergnügen dachte, das er hätte, wenn er durchdiesen die Mauern peitschenden Regen eingenäßt würde.Und bereits schickte er sich an, bei dem dumpfen, ein-tönigen Gemurmel des Windes zu entschlummern, alses ihm vorkam, wie wenn der Wind, den er zuweilenmit einem schwerinnthigen Gefühle hörte, das er, eheer im Kerker war, nie erfahren hatte, seltsamer alsgewöhnlich unter allen diesen Pforten pfiffe und der Ofenwüthendcr als gewöhnlich lärmte. Dieses Phänomenfand jedesmal statt, wenn man einen von den Kerkerndes obcrn Stockwerkes öffnete, und besonders den gegen-über. An diesem Geräusch erkannte Annibal immer, derKerkermeister werde kommen, insofern dasselbe andeu-tete, daß er ans dem Zimmer von La Mote trat/

Diesmal aber streckte Coeonnas vergeblich den Halsaus, spitzte er vergeblich das Ohr.

Die Zeit verlief, Niemand kam.

Das ist seltsam," sprach Coeonnas,man hat beiLa Mole geöffnet, und öffnet nicht bei mir. Sollte La