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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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man sich vom Anfairgen nicht abhalten lassen, und in der That liegt schonin dem bloßen Beginnen ein großer Gewinn für die Sache sowohl, alsfür die betreffenden Personen: auch hier muß man sich darein fügen, durchFallen das Gehen zu lernen. Wie ganz anders stände cs jetzt um unsereöffentlichen Kunstdcnkmälcr und um die Kcnntniß von denselben, wenn vorfünfzig Jahren etwa der oben vorgczcichnetc Weg oder ein ähnlicher bc-schrittcn worden wäre! Wie viel Unschätzbares, was nun für immer dahinist, würde gerettet, wie manche Verstümmelung und Verhunzung gehindert,wie manches Interesse und Verständlich geweckt worden sein! Auch hierverliere man den Erfahrungssatz nicht aus dem Auge, daß das Beste derFeind des Guten ist; wie entfernt auch das Ziel und wie schwer dasselbezu erreichen immerhin sein mag, kein Schritt sollte unS verdrießen, denwir in der Richtung zu demselben hin thun können! Allmählig wird mandazu kommen, Monographien über das Wichtigere zu schreiben, jenesMaterial für die allgemeine Kunstgeschichte, für eine Monumcntal-Statistik, einen archäologischen Katalog zu verarbeiten, die einzel-nen Denkmäler in Gruppen zu ordnen und die Wechselbeziehungen zwischenletzteren ausfindig zu machen mit einem Worte das Gcsammtgcbict derAltcrthumskundc innerhalb gewisser Gränzen zu beherrschen und so neue,fruchtbringende Anlagen darauf zu ermöglichen. Die Geister müssen durchunausgesetzten Verkehr mit den Werken der Alten wieder gleichsam durch-tränkt werden von jenen Anschauungen und Ideen, aus denen dieselbenerwachsen sinv, wenn lebenskräftige Schöpfungen, wcrth ihnen zur Seitegestellt zu werden, neu erstehen sollen. Es kann nicht oft genug hieran erin-nert, nicht eindringlich genug davor gewarnt werden, daß man mit bloßenSchemen und Abstraktionen die Lücken auszufüllen versucht, welche auf demin Rede stehenden Gebiete sich allcrwärtö zeigen.

Um in diesem Sinne nachhaltig zu wirken, ist cs nöthig, bei der Aus-bildung der Priester auf das Kunststudium besondere" Rücksicht zu nehmen;sic müssen das Salz in allen hierauf gerichteten Bestrebungen, und insbe-sondere die Haupttricbfcdern der Vereine sein, aus welche diese Bestrebun-gen basirt werden sollen.*) Sehr zu wünschen wäre cs, daß in jedemSeminare Vorlesungen über kirchliche Kunst und Archäologie gehalten oder

*> Schon jetzt zeigt sich vielfach im Pricsterstande ein reges Interesse für letztere undein erfreulicher Aufschwung. Beispielsweise erwähne ich in dieser Hinsicht die Leistungender Jesuiten Cahier und Martin, sowie der Abbes Bouraffe, Sagettc und Tcrier, dieSchrift des Dompropstcs Allivli in Regensburg über die Bronze-Thürcn am dortige»Dome, das Werk des Prof. Floß über die Aachener Heiligthümcr, sowie das in der Vor-rede bereits namhaft gemachte vom Dechant Schäfer in Trier bearbeiteteHandbuch derMalerei vom Berge Athos."

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