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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
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Das Kirchengeräthe.

So einfach und natürlich auch die Regel ist, daß das Nothwcndigcdem Nützlichen und Angenehmen Vorgehen muß, so möchte es doch, nachden bisherigen Erfahrungen, nicht ganz überflüssig sein, wiedcrholt'davor zuwarnen, daß man Verwendungen zum Zwecke der Ausschmückung einerKirche mache,so lange ihreUntcrhaltung nicht gesichert erscheint. DoppelteVorsicht aber ist zu empfehlen, wo es sich um eine Ausschmückung mitreellen Geräthschaftcn handelt, welche nicht geradezu unentbehrlich sind, na-mentlich also wenn Neues an die Stelle von Altem gesetzt werden soll.Selbst Roeeoco-Möbcl, die in einer mittelalterlichen Kirche einmal Platz ge-funden haben, sind nur dann zu beseitigen, wenn man sic sofort durchetwas unbezweifclbar Besseres zu ersetzen vermag; und cS wird dies beidem dcrmaligcn Stande der Kunstübung nichts weniger als leicht sein.Auch das immer mehr um sich greifende Corrigiren, Purificircn und Ver-einfachen dcö aus der Pcrückenzcit Uebcrkommencn, indem man z.B. Auf-sätze, Krönungen und sonstiges ausgewachsenes Zicrwerk beseitigt, undAlles möglichst geradlinigt zu richten sucht, muß dringend wibcrrathcn wer-den. WaS ein Ding einmal ist, das soll cs auch ganz sein; besondersauf dein Kunstgebietc ist das Unbestimmte, amphibisch Schwankende von al-len Gattungen der Ausartung die schlimmste. Die classisch gebildeten Bau-künstlcr und Dekorateure mögen ihren Bildungstrieb den eigenen Schö-pfungen zuwcnden, die alten aber ungeschoren lassen. Das Roccoco zeich-net sich überdies durchgängig wenigstens durch seine Pracht und sein ge-diegenes Machwerk aus und verdient dasselbe jedenfalls den Vorzug vorder immer mehr um sich greifenden, blos auf den Schein berechneten, plat-ten Aftcrgothik,. die selbst unter dem Aftcrclassicismus steht: je ehrwürdigerund schöner das Urbild, desto häßlicher das Zerrbild! Die meisten mo-dcrn-gothischcn Werke der in Rede stehenden -Art erinnern unwillkürlich anjene wunderliche Pflanzcngattung, die Orchideen, deren Blumen Vögel undInsekten, Schmetterlinge, Libellen, Wespen u. f. w. nachäffcnd carikiren,nur daß Erstem: freilich die Unwillkürlichkeit und der frische Lebenstricbder Pflanze durchaus fehlt.

Tie katholische Kunst des Mittelalters, so groß in ihren architektoni-schen Schöpfungen, ist kaum minder bewundernswert!) in denjenigen Er-zeugnissen, mit welchen sie das Innere der Bauwerke ausstattete. Ange-messenheit der Form, Brauchbarkeit, Schönheit der Arbeit, Ncichthum des