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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
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ches Beginnen, welches um einer Capricc, einer kleinlichen Eitelkeit oderauch nur um der Bequemlichkeit willen die höchsten Interessen gefährdet,indem cs sie unberücksichtigt läßt. Ucberhaupt müssen Eifer und Freigebig-keit von der einen mit Geschmack und Ehrfurcht von der anderen Seitesich begegnen und einander die Hände reichen, wenn eine Restauration zumguten Ende geführt urd nicht vielmehr eine Calamität für die Kirche, umwelche es sich handelt, daraus erwachsen soll.

Die innere Ausschmückung der Kirche.

Wenn es heißt, irgendwo sei eine alte Kirche „verschönert" worden,so kann man kühn zehn gegen eins darauf wetten, daß die Verschönerungim Wesentlichen darin besteht, daß der Tüncher die Wände mit weißer odergelblicher Kalkmilch, den Rest aber, einschließlich alles Holz- und Eisenwerkes,mit Oclfarbe, etwa zu Marmor, eingestrichen hat, daß alles irgend Altmo-dische ausgewiesen ist, daß der Boden mittelst großer, vicrcckigtcr Hausteine,die Fenster mittelst weißer Gläser rcnovirt, die Bilder gefirnißt und alleUngleichheiten durch eine möglichst symmetrische Aufstellung des Möbelwcrksbeseitigt wurden. Wo die Mittel reichlicher flössen, hat man vielleicht nochirgend einem akademischen Künstler ein Gemälde abgckauft oder aus derEisengießerei einiges Geräthe kommen lassen, um den Platz auszufüllcn,welchen die in die Rumpelkammer verwiesenen alten Crucifirc, Standbilder,kurz diejenigen Gegenstände, welche man des Putzens und Anstreichens nichtwerth hielt, vordem einnahmen. Die Communalbaumeistcr und die den-selben Vorgesetzten Bauräthe erklären die Anordnung für „einfach-edel",dem Geiste der Zeit und den modernen Fortschritten der Kunstbildung durch-aus entsprechend, worauf denn der Kirchcnvorstand die, übrigens zumeistkeineswegs so einfach-edel stylisirten Rechnungen mit der größten Befriedi-gung auf seine Kasse anweist, und Alt und Jung vor Freude darüberaußer sich sind, daß ihre alte Kirche nun doch grade so aussicht, als wäresie von gestern; kurz, der betreffende Architekt feiert Hand in Hand mitdem betreffenden Tüncher deutschönstcn Triumph.

Auch hier tritt jene Principlostgkeit, jenes Angehen gegen die Wahr-heit und die Geschichte hervor, welche die heutige Kunst überhaupt, nament-lich aber die Baukunst so entschieden charakterisieren. Kaum weiß man noch,was man will, geschweige denn, was man soll.