Neuvante n.
Der dringendste Rath, welchen ich in Bezug auf Neubauten zu Hebenhabe, ist, dieselben so lange als nur immer möglich zu ver-schieben. Binnen wenig Jahren wird man sicherlich für weniger Geldbessere Arbeit bekommen. Wir befinden uns nachgerade in einem Uebcr-gangsstadium; die Erkenntnis!, daß cs anders werden muß, bricht sichdurch alle ofsicicllcn und unofficicllen Hindernisse immer mehr Bahn, aller-wärts treten tüchtige Männer unter die Fahne der christlich-nationalenKunst; man forscht, vergleicht, bildet nach. Allein wir sind erst auf demrechten Wege, noch nicht am Ziele; die bloße Erkcnntniß genügt hier nicht,'cs müssen noch gar viele praktische Erfahrungen gemacht wcrdrn, die ofttheucr genug zu stehen kommen. Die leitenden Köpfe vermögen nichts ohnedie ausführcnden Hände. Zufolge der Boden- und Principlostgkcit desAfterclassicismus und der acadcmischcn Cathcdcrbildung, sowie durch dieConcurrcnz mit den. Fabriken ist nun aber das Handwerk so tief hcrabgc-kommcn, daß die Hände nur ganz allmählig wieder hcrangebildet werdenkönnen. Die Stcinmetzenhütten, welche sich, bald hier, bald dort, zu denFüßen der alten Dome ansiedcln und die übrigen beim Fortbaue oder derRestauration derselben mitarbcitcnden Gewerke bilden eben so, viele Pflanz-schulcn, die ihre Wurzeln und Zweige immer weiter hinausstrcckcn —Theorie und Praxis gehen hier Hand in Hand und wirken zusammen ander Wiederbelebung jcires Kunsthandwcrks, aus welchem die großen Monu-mente der Vorzeit hcrvorgcwachsen sind. Also besser noch eine Zeitlang deväußerste Nothbehelf, als eine Uebcreilung, deren traurige Folgen viele Gene-rationen, und zwar in dein Maße, wie das rechte Verständnis! zunimmt,immer tiefer empfinden werden! In den meisten Fällen ist cs wenigstensmöglich, mit verhältnismäßig geringen Opfern das Alte neben dem Neuen
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