1l6
wetteifern schien. In ihren Hallen wurden jene Miniaturen gefertigt, auswelchen die gcsammte religiöse Malerei hcrvorging. Hier wuchsen demheiligen Gesänge die Flügel: in der kirchlichen Musik, als Kunst wie alsWissenschaft betrachtet, nehmen die Mönche dieses Ordens den ersten Rangein. Es gilt nnr, die geistigen Potenzen, welche hier thätig waren, wie-der erstarken zu machen; will die Laicnwclt helfend hinzutretcn, desto besser;wo nicht, lasse man sic, wie schon gesagt, ruhig ihre Wege ziehen, ver-folge aber darum nur um so entschiedener den scinigen. Wie Monte-Caj-sino sich in Clüny verjüngt hat, so wird sich auch dermalen wieder, soweit cs noch thun möchte, der alte Geist aus sich heraus die den Ver-hältnissen entsprechendste Form anzubildcn wissen, falls er nur in ungestör-tem Lcbenstricbe sich entwickeln darf.
Es kommt hierbei auch noch ein anderer, wohl nicht unwichtigerPunkt in Betracht. Die gefährlichste Klippe vielleicht, welche den wiederaufblühcndcn Orden droht, ist darin zu finden, daß chic ihre Wirksamkeitallzusehr nach außen hin richten, daß-sic der scclsorglichcn Thätigkcit desWeltcleruö zu großen Abbruch thun und dadurch Zwiespalt Hervorrufen,der nur lähmend nach beiden Seiten hin wirken kann. Gegen solche über-triebene Concurrcnz gicbt cs kein besseres Vorbcugungsmittcl, als das Ver-tiefen in Kunst und Wissenschaft; hier ist die Rennbahn frei und Allenkommt zu Gut, was der Einzelne erringt; die Leistungen auf diesem Ge-biete können auch nicht bestritten werden; sic erzwingen sich allscitigeAnerkennung. Es ist dies besonders wichtig einer Zeit gegenüber, in wel-cher der WisscnSdünkel cs hauptsächlich ist, was dem Glauben die Be-rechtigung streitig macht und ihm den Zutritt in die Gcmüthcr verwehrt.Diesem falschen Dünkel gegenüber giebt cs kein wirksameres Heilmittel,als die wahre Wissenschaft.
Museen und Vereine für kirchliche Kunst.
Das in der Ucbcrschrift zuerst stehende Wort ist nur um deswillengebraucht, weil es einmal eingebürgert ist und sodann, um eine Veran-lassung zu haben, darauf zu dringen, daß es wieder ausgcbürgert oder dochwenigstens aus dem Gebiete der christlichen Kunst gewiesen werde. Esmag sich dann bei den Akademien, Stoen, Poikilen, Glhpto-, Pinako-