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Sieht man dort Weihgeschcnke, Kunstwerke, Gcräthschaftcn ausalter Zeit?
Diese Beispiele werden genügen, um zu zeigen, was ich meine: dieHauptsache ist immer, daß nichts übersehen, nichts vergessenwird, auch das Kleinste-nicht. Besondere Rücksicht ist noch auf denRcparaturzustand der Kirche, beziehungsweise ihre Reparaturfähigkcit zunehmen. Zeigen sich Risse? Ist das Dachwcrk wohl erhalten? Ist dieWasserablcitung in Ordnung? Stehen die Wände im Senkel? u. s. w.
Daß ein Verein, wie der in Rede stehende auf die Bauwerke ganzbesonders Rücksicht zu nehmen hat, bedarf wohl hier einer ausführlichenBeweisführung nicht mehr. Ganz abgesehen von ihrer Praktischen Wichtig-keit sind sie es auch, welche über das innerste Wesen der Vergangenheitden zuverlässigsten Aufschluß gewähren und am meisten geeignet, histo-rische Jdeenvcrbindungcn zu wecken. In ihnen spiegeln sich am klarstendie Sitten und Gefühle der verschiedenen Zeitalter, vor Allem aber diewechselnden Geschicke der Kirchcngcscllschaft, ihr Aufblühen, ihre Kämpfeund Leiden, ihr örtlicher Verfall. Die Malerei liegt von allen Künstenam nächsten nach der Peripherie des jedesmaligen öffentlichen Lebens hin,näher schon dem Mittelpunkte steht die Sculptur, am nächsten, wenn nichtmitten inne, die Baukunst. Je leichter etwas zu bilden ist, desto wenigercharaktcristrt sein Gepräge den Bildner, desto mehr des Zufälligen und An-geflogcnen wird cs der Regel nach zur Schau tragen. Wie ja die Größeund Wirkung der Architektur hauptsächlich darin beruht, daß sie die Einzel-formcn einem durchgehenden Gesetze dienen läßt, so macht auch in ihr hin-wiederum vorzugsweise das Gemeinsame der Generationen und Zeiten,im Schlimmen wie im Guten, sich geltend.
Für die mit der Architektur in keinem oder nur in entferntem, zufäl-ligem Zusammenhänge stehenden Bildwerke, Gemälde und sonstige Kunst-gegenstände ist, soweit dieselben nicht in das mit dem Küster aufzunchmcndcInventar gehören, noch ein besonderes Schema zu entwerfen, worin Aus-kunft über den Gegenstand, die Größe, das Alter, die Erhaltung, dasMaterial u. s. w. jedes einzelnen Stückes verlangt wird. In dasselbe ge-hören namentlich auch die alten Chorbücher und was sonst noch an zer-streuten Altcrthümern vorhanden ist.
Diese verschiedenen Formulare und Verzeichnisse dienen nicht blos dazu,um zu constatircn, was Alles sich an den verschiedenen Orten befindet;sondern sie gewähren auch noch dadurch einen erheblichen Vortheil, daßman bei Correspondenzen darauf Bezug nehmen und in den Vcrcinsvcr-sammlungen sic den wechselseitigen Mitthcilungen zum Grunde legen kann.Es ist nämlich sehr räthlich, diese Versammlungen dazu zu benutzen, um