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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
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Befindet sich hinter den Figuren ein dunkelfarbiger, tcppich- oder mo-saikartiger Grund, oder ist der Hintergrund durch Landschaften oderArchitekturen gebildet? Befinden sich Inschriften, Jahreszahlen, Chif-fcrn auf denselben?

Welches ist die Naturfarbe der verschiedenen an dem Baue verwen-deten Materialien? Ist die Kirche übertüncht? Finden sich bei Ab-nahme der Tünchschichte Spuren von alten Malereien an den Wän-den? Welcher Art sind dieselben?*) Sind sie stark contourirt? WelcheGröße haben die Figuren? Finden sich Architekturformen auf demGemälde und welcher Stylpcriodc gehören dieselben an? Ist die Be-plattung ganz oder thcilweisc alt? Von welchem Materiale ist die-selbe? Befinden sich musivische oder eingetiefte Verzierungen oder In-schriften darauf? Sind die Motive zu den Verzierungen der mensch-lichen Figur, dem Thier- oder dem Pflanzenreiche entnommen? Woherstammt das Material?

Befinden sich Grabmäler in der Kirche? Welcher Art sind dieselben?Sind sie mit Bildwerk versehen? Costüme? Wappen? Inschriften?Befanden dieselben sich dem Anscheine nach stets au dem Platze, wel-chen sic dermalen cinnchmcn?

Bestand in der Gemeinde IX. IX. früher ein Kloster? Zu welchemOrden gehörte dasselbe? Welchen Patron hatte cs? Was ist nochdavon vorhanden? Ist der Krcuzgang erhalten? Könnte der Baunoch seiner ursprünglichen Bestimmung genügen? Findet in der Kirchenoch Gottesdienst irgend einer Art statt?

Gibt cs in der Umgegend vereinzelte Capellen oder sogen. Sta-tionen? Finden Wallfahrten, Bittgänge dahin statt? an bestimmtenTagen? Ist etwa eine Quelle in der Nähe? oder ein Wald? Welcheörtliche Traditionen uud Gebräuche knüpfen sich an diese Andachts-örter? Sucht man hier Hülfe gegen besondere Ucbcl und Krankheircn?Ist ein Gnadcnbild vorhanden? Aus welcher Zeit stammt dasselbe?

*> Nicht blos auf künstlerische Bemalungen ist ein Augenmerk zu richten, sondernauch auf die gewöhnlichsten alten Ornamente in Farben, welche letztere dadurch noch einebesondere Bedeutuug für uns haben, daß sie dem heutigen Bedürfnisse wieder unmittelbardienen können. Um steh eine Vorstellung davon zu gewähren^ in welchem Maaße dasMittelalter die Geheimnisse der Polychromie beherrschte, möchte wohl kein Werk sich bessereignen, als das von Carl Mathieu in Paris veranstaltetelüvre de Uesse", welchesMuster von Miniaturen, Initialen u. dgl. in Farbendruck aus dem 8ten bis zum tötenJahrhundert bringt. Man glaubt in ein Zaubcrkaleidvskop zu blicken, wenn man dieseso unendlich mannichfaltige und doch immer durch ein inneres Gesetz zusammcngehalteneWelt von Formen und Farben vor sich hat. An diesen unerschöpflichen Brunnen solltensich unsere Ornamcntisten erfrischen gehen: wahrlich, es thut ihnen noth!