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Bibliotheken über Kunst geschrieben hat und noch immer schreibt, verschwan-den und verschwinden die Kunstschöpfungcn der Vergangenheit, oder siewerden dermaßen zugcrichtct, baß man Caricaturcu vor sich zu haben glaubt.Wenn es wahr ist, daß der Hauptberuf der Kunst darin liegt, die Ideedes Vollkommenen und Schönen zum Bewußtsein, die Wahrheit gleichsamdurch das PriSnia der Phantasie zur unmittelbaren Anschauung zu bringen,so wird man zugeben müssen, daß daS Zersetzen, Zergliedern und Zcrdcnkender künstlerischen Hervorbringungen, worauf unsere Kuustmänner sich soviel zu gut thun, nach dieser Richtung hin gar wenig fördert, daß dadurchvielmehr das Gegcutheil einer höheren Einheit des Bewußtseins hervorgc-bracht wird. Mit der ausschließlich gelehrten oder gelehrt thucuden Acsthetikist in der That der Sache wenig gedient — gewissen Individuen freilichum so mehr, solchen nämlich, welchen die Kunst nur ein Fußschemel zurErhöhung der eigenen Person ist.
Wir haben cs indessen hier weniger mit dem Privatstudium ansich zu thun, als mit dem Einflüsse, welcher Seitens des Vereines daraufzu üben ist. Derselbe wird der Thätigkeit seiner Mitglieder hauptsächlichzwei Zielpunkte geben: die Geschichte und die Beschreibung der inseinen Bereich gehörenden'Kunstwerke. In crstcrcr Beziehung wäre dahinzu wirken, daß jeder Pfarrer soviel als möglich die Entstehung und dieSchicksale der ihm untergebenen kirchlichen Gebäude nebst deren Zubehörzusammcnstclltc und so den Grund zu einer Pfarrchrouik legte, welchedie Nachfolger stets sortzusctzcn hätten. Daß alle noch vorhandenen Ur-kunden sorgfältig zu ordnen und einzuregistrircn sind, brauchte als selbst-verständlich hier nicht erst bemerkt zu werden, wenn nicht die Erfahrunglehrte, daß denjenigen Dokumenten, welche nicbt auf VcrmögcnsverhältnisscBezug haben, selten die gebührende Sorgfalt zugewcndct wird; um solcheaber handelt cs sich grade hier zunächst. Als schlechthin werthlos dürfteaber keine Scriptur der fraglichen Art vernichtet werden. Den Platz, wel-chen sic cinnimint, ist sic immer werth. Auch alte Bücher und Musikwerke,wie deren noch so viele in abgelegenen Winkeln modern, oder an umhcr-spürcnde Liebhaber und Spekulanten verschleudert werden, haben auf Be-rücksichtigung Anspruch zu machen; der ewige Refrain, den man in Betreffsolcher Dinge zu hören bekommt: daß man sic nicht brauchen könne, isthier ganz am Unrechten Orte; die Pflicht, anvcrtrauteö Gut zu bewahren,um welche cs sich hier handelt, ist keineswegs dadurch bedingt, daß derDepositar für sich selbst einen Nutzen daraus zieht.
Erwägt man, daß die aufgehobenen Stifter und Klöster dermalen stetszu irgend einem Pfarrvcrbande gehören, deren Geschichte daher mit unterdie vorliegende Ausgabe fällt, so wird man finden, daß cs in solchen Fällen