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nur in dem Maße, wie es dem Bedürfnisse und den Mitteln entspricht,mit der Bildung der einzelnen Vereine vorgegangen wird. Man hüte sich jadavor, von vorneherein einen zu großen Anlauf zu nehmen: „mal ötroiut,gui troj) emdrasss." Unter Umständen kann cs sogar angemessener sein,gleich mit der Gründung eines einzelnen Pfarr- oder doch Dccanatsvercinesvorzugehen, statt erst abzuwarten, bis die ganze Maschinerie statutenmäßigausgestellt ist. Ucbcrhaupt kommt Alles zunächst darauf an, daß ein rechtlebendiges Interesse, wenn auch vorläufig blos bei Wenigen vorhanden ist:nur der Hunger verdaut. Ohnehin wird das gcsammte Wirken eines sol-chen Vereines einen vorherrschend negativen Charakter an sich tragen müs-sen; er wird vorzugsweise vorzubauen und zu hindern, sodann zuforschen und zu rathen, nicht zu schaffen haben. Letzteres kann nurvon Einem Kopfe ausgchcn, nicht von Vielen zugleich und überdies nurvon einem solchen, in welchem das gediegenste Wissen und Können sichconccntrircn. Ich kann nicht umhin, hier auf eine große Gefahr hinzudeu-ten, welche die christliche Kunst bedroht. Dieselbe liegt in der Halbwisserei,die nirgendwo unheilvoller wirkt, als auf dem Kunstgebiete, sobald sic po-sitiv cinzugrcifcn sich unterfängt. Das aufs Ungefähr hin gemachte ist,wo cs sich um Kunstaufgaben handelt, immer schlecht, am schlechtesten gegen-über einem so durchgcbildcten Systeme, wie das der mittelalterlichen Kunst.Um in der gothischcn Architektur etwas auch nur Annehmbares leisten zukönnen', bedarf cs nicht blos einer gründlichen Kenntnis; der Technik undder Formen — der Hauptreiz dieser Architektur, besonders wo es sich umeinfachere Gestaltungen handelt, liegt vielmehr in den Verhältnissen,in dem richtigen Verhältnis; zwischen Höhe, Länge und Breite, zwischenMasse und Form, Licht und Schatten, ja sogar, bis zu einem gewissenGrade, in dein Verhältnisse des Ganzen zu seiner Umgebung. Hier läßtsich nun aber keine feste Norm in Zahl und Maß aufstellcn, mindestensist es absolut nothwcndig, daß ein feiner Schönheitssinn, ein durch vielesSehen und Vergleichen geübtes Auge ergänzend Mitwirken, ganz abgeseheneinmal von jenem gehcimnißvollcn höheren Lcbcnsathcm, welchen nur dasGenie seine,; Schöpfungen cinzuflößen vermag. Dinge der fraglichen Artnehmen sich überdies auf dem Papiere immer ganz anders aus, als in derWirklichkeit, ein Erfahrungssatz, der leider in unserer Zeit überhaupt viel zuwenig Beachtung findet. Wenn nach allem Diesem den Dilettanten aufscrnstlichstc zu rathen ist, der eigenen Kunstübung sich möglichst zu enthal-ten, so erscheint andrerseits das Studium, die Erhaltung und dieUcberwachung des vorhandenen Alten als eine um so dringenderePflicht. Soviel zunächst das Studium betrifft, so wäre demselben einevorzugsweise praktische Richtung zu geben. Während man ganze