Druckschrift 
Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

125

In Frankreich hat man Gelegenheit gehabt, nach beiden Seiten hinreiche Erfahrungen zu sammeln. Es bestehet in diesem Lande neben demvon der Staatsrcgierung ausgehenden und getragenen comitö clos arts etmonumons die aus dem Volk hcrvorgcgangcne sooietv ll'-mysiso, pouo liieon86i-v3iion ckes monumons. Wenn die letztere Gesellschaft bis jetzt nichtminder erhebliche Ergebnisse ihres Wirkens aufzuweiscn hat, als das Re-gicrungscomite, welchem die «ganze Staatsmaschine zur Verfügung steht, soliegt der Grund hiervon lediglich darin, daß jener Verein trotz alles gcgcn-thciligen Scheines, trotz aller Abstimmungen, Wahlen u. s. w. ganz undgar in seinem Gründer und Dirigenten, dem Herrn de Caumont, auf-geht, daß er, so zu sagen, nur von seinem Leben lebt. Ich habe vielfachGelegenheit gehabt, mich hiervon zu überzeugen und erachte cs für unzwei-felhaft, daß sein Abgang dem Vereine eine unheilbare Wunde schlagenwürde, wohingegen das Regierungscomite alle derartige, in Personenberuhende Wcchsclfälle überdauern wird. Denn selbst in dem großen, anopferwilligen Naturen gewiß nicht armen Frankreich möchte sich wohl schwer-lich so bald wieder ein Mann finden, welcher Herrn de Caumont irgendzu ersetzen im Stande wäre. Es gehören dazu nicht blos seltene Natur-anlagcn, sondern auch Vermögen, Zeit, Unabhängigkeit, eine ausdauerndeFestigkeit einerseits, die vor keiner Schwierigkeit zurückschrcckt, durch keinerleiUndank, ja selbst Anfeindung sich irre machen läßt, und weiter sodann eineGabe der Vermittlung, welche die widerstrebenden oder divcrgircndcn Ele-mente immer wieder um den gemeinsamen Mittelpunkt zu sammeln versteht.Wo cs sich um einen Zweck handelt, der halbwegs mechanisch verfolgt wer-den kann, sobald nur einmal der erste Anstoß in rechter Weise gegebenist, da mögen ganz frei gebildete und sich frei erneuernde Vereine, etwanoch unter Beihülfe von besoldeten Geschäftsführern für den alltäglichenDienst, den solche immer am besten versehen, ausreichend befunden werden;sobald aber eine unausgesetzte Thätigkeit erfordert wird, um den Zweck zuerreichen und wenn gar dieser Zweck selbst cinestheils so vielgestaltiger Artist, wie der hier in Frage stehende und andcrnthcils der selbstthätigcn gei-stigen Mitwirkung einer größeren Anzahl von Personen bedarf, muß noth-wendig eine bleibende, auf sich selbst ruhende Autorität als Unterlage die-nen, wenn nicht etwas ganz Prccärcs, von Wind und Wetter Abhängigeshcrauskommcn soll. Es bedarf übrigens wohl nicht erst der Bemerkung, daßalles Vorstehende nur für den Fall gilt, wo der Zielpunkt in unbestimmterFerne liegt; rein locale, in mehr oder weniger feste Gränzcn eingeschriebeneBestrebungen bleiben hier außer Betracht.

In territorialer Hinsicht wäre gleichfalls die kirchliche Einthcilungzu Grunde zu legen lDiöccsan-, Dccanats-, Pfarrvcrcinc), jedoch so, daß