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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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bekannt werden. Gegen Ausstellungen kirchlicher Gcräthschaftcn ingroßem Maßstabe ist dagegen um so mehr einzuwcndcn. Das Zusam-men- und Zurückschlcppen so vieler Gegenstände kann durchschnittlich nichtohne Beschädigung derselben ablaufen, zumal dieselben stets alt und meistdclicatcr Natur sind. Keinerlei Vorsichtsmaßregeln werben hiergegen abso-lute Gewähr leisten. Dazu kommt noch die vermehrte Gefahr der Ent-wendung und endlich gar eines Brandes, wodurch die Kunstschätzc einerganzen Provinz, die, wer weiß wie viel Plünderungen und Katastrophenglücklich entgangen sind und noch Jahrhunderte den Stolz von hundertKirchen auSmachcn würden, in wenig Stunden zu Asche werden können.Keine Kriegsgefahr kann bedrohlicher sein, als diese und cs ist ein schlechteroder vielmehr gar kein Trost, wenn irgend eine Assccuranzgcscllschaft hin-terher so und so viel taufend Thalcr Entschädigung zahlen muß. DasSchlimmste aber ist die mit solchen Ausstellungen verbundene Profana-tio n, auf welche bereits oben in dem vom Kirchcngeräthe handelnden Ka-pitel hingcwicsen worden ist. Schon das Zusammcnraffcn, Vcr- und Aus-Packen, Classtficircn und Aufhängen in Reih und Glied, kurz alle dievielfachen und von den verschiedensten Personen vorzunehmenden Manipu-lationen entsprechen wenig der Würde gottgcwcihtcr Gegenstände. DieseWürde ist überdies auch in der Thal, wenigstens thcilweise, an gewisseLokalitäten geknüpft: ein Kelch, ein pricsterlichcS Gewand oder gar ein Reli-quiarium sic haben eine ganz andere Bedeutung an dem Orte, wohin siegestiftet und wo sic seit Jahrhunderten aufbcwahrt worden, als wenn mansic abgesondert für sich betrachtet; sic bilden gleichsam ein Glied, einen in-tegrirendcn Bcstandthcil des betreffenden Gotteshauses; das zarte Gewebe,durch welches die Geschichte sic allmählig verbunden hat, soll man ohneNoth nicht zerreißen; der Wandertrieb unseres Jahrhunderts greift ohnehinschon weit genug. Man streift den geweihten Dingen mit Einem Worteden Blumenstaub ab, man raubt ihnen das Aroma, indem man sie solcher-gestalt an den Markt bringt und dem Entree zahlenden Publicum preisgibt,welches mit einem beliebigen Grade von Hoch- oder Mißachtung sich den-selben gegenüber verhält. Es gibt eine gewisse Kunstgcnußsucht, die weitschlimmer ist, als alle Gleichgültigkeit und die man wahrlich nicht nährensollte. Hier liegt, meines Erachtens, eine große Gefahr für das Gedeihenund die Fruchtbarkeit des allerwärts wieder aufkcimendcn höheren Kunst-sinns und cs kann nicht zu eindringlich und zu oft vor dem Abwege ge-warnt werden. Ueberlassc man also der Industrie, der Kunst- und derFabrikindustric, diese Gattung von Ausstellungen; sic sind dein Maschinen-thum und der Allerwcltsconcurrcnz ganz entsprechend. Die ächten, diewarmen Jünger der christlichen Kunst verlangen auch gar nicht, daß man