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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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lieh, die Controle thut noth! Unser Handwerk, daö höhere wie das nie-dere, ist nach und nach förmlich, man darf wohl sagen, bis zum Stumpf-sinn herabgckommcn, so weit es sich um die Lösung künstlerischer Aufgabenhandelt. Man kann da nicht Durchschnitte, Profile, Modelle genug unfer-tigen, um dasjenige begreiflich zu machen, was die ungeschicktesten altenMeister in der Faust hatten. Selbst die Prachtstücke der Goldschmicdckunstfür Höfe und Jubelgreise, wo mau cs sich doch ein gutes Stück Geldkosten zu lassen Pflegt, bekunden diesen Bankerott; das mechanisch nachge-gosscne Modell, gehoben durch den Gegensatz zwischen polirten und mat-tirtcn Partien und verbrämt mit einigem, aus der Fabrik bezogenem, auf-gcklcbtcn Ornamente das ist Alles, wozu man es besten Falles zubringen vermag; kaum noch eine Spur von Meißel, Grabstichel oderPunze, überhaupt von eigentlicher Handfertigkeit wird da sichtbar. Wiesehr auch unsereKunstblätter" in die Posaune stoßen mögen, die Periodedes Roccoco ist in Vergleich mit der unsrigen daS goldene Zeitalter zunennen, selbst abgesehen von dem Vorzug der elfteren, daß sie an sichglaubte.

Jeder strebsame Meister, welcher irgend ein Kirchcngeräth angefcrtigtoder ausgcbessert hätte, würde gewiß mit Freuden die ihm gebotene Gele-genheit ergreifen, seine Arbeit vorerst vor ein Publicum zu bringen, welchesihm ebenso durch Belehrung wie durch Empfehlung behülslich und förder-lich werden kann. Das durch den Wetteifer geschärfte Auge der Concur-renten wird, zumal in Verbindung mit den gewiß nicht minder scharfenZungen derselben, im Anfang zwar höchst unbequem erscheinen, im Ver-folge aber, sobald die eigentliche Kunstübung einmal wieder festen Fuß ge-faßt hat, stellt sich das Vcrhältniß umgekehrt; der Reiz der Concurrenzverfehlt ganz gewiß auch hier seine Wirkung nicht. Und kein Vehikel sollteungenutzt bleiben, um daö Selbstgefühl deS Handwerks wieder zu beleben,um cs dahin zu bringen, daß der Meister neben dem Geldgewinne auchdie Ehre seiner Zunft in Betracht zieht, daß er das Schurzfell höher achtenlernt, als den Frack, mittels dessen er sich zum Herrn zu machen bemühtist.Bildung", wonach heutzutage Alles jagt, ist allerdings eine schöneSache; ob aber ein Kunsthandwerker darauf Anspruch machen kann, derweder seine Kunst noch sein Handwerk aus dem Grunde versteht, dürftemehr als zweifelhaft sein, selbst wenn derselbe allc'Tagc seine Zeitung läseund über sic zu sprechen wüßte wie ein Buch.

Es wird nicht viel Mühe kosten, auch Besitzer von einzelnen Kunst-gegenständen dazu zu vermögen, zeitweise dieselben der Sammlung cinzu-vcrleiben und dadurch nutzbar zu machen. Liegt cS doch auch im Interesseder Besitzer selbst, daß solche Sachen in weiteren Kreisen besprochen und