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gewissem Sinne das Bild umgekehrt zum Vorschein kommt. Wenigerdclicate Gegenstände von geringein Umfange, wie z. B. gemusterte Fließe,Inschriften, kann man ganz einfach mittelst der schwarzen Masse durchrei-bcn, womit die Soldaten ihr Lederzcug zu lakiren Pflegen oder auch ohnealle Schwärze und Farbe in folgender Art: Man bürstet die Inschrift ganzrein, klebt feuchtes, nicht geleimtes Papier darüber, stößt dasselbe mit einerBürste in alle Vertiefungen, läßt cs Drcivicrtcls trocken werden und nimmtcs alsdann ab, um cs an der Lust vollständig trocken werden zu lassen.Man erhält so ein Rcliefbild. Solcher Facsimile's besitzt man nie zuviel,zumal sie so leicht und wohlfeil zu nehmen sind und überdies so wenigRaum erfordern; dieselben haben für daS Kunstftudium und die Prarisunter Umständen mehr Werth als der sorgsamste brillanteste Kupferstich. Ins-besondere ist die Jnschriftökunde (Epigraphik) einer der wichtigsten Zweigeder Archäologie, eine unerschöpfliche Fundgrube für unsere Annalen. Wieviele Thatsachen und Daten sind nicht allein schon auf den Grabsteinenverzeichnet, die mit denselben für immer verloren gehen! Von großer Nütz-lichkeit für unseren Zweck ist auch das Dagucrrcotyp, besonders wo cs sichum Srulpturwerke handelt und wenn man Messungen damit verbindet.Man denke sich beispielsweise eine auf diesem Wege gebildete Sammlungder bedeutenderen mittelalterlichen Kirchenpvrtale! Welche Fülle von Schön-heit aller Art, welcher Gcdankenreichthum, welche Masse von Stoff fürden Archäologen und von Mustern für den Künstler würde dieselbe nichtbeschließen! — Ucbcrhaupt gilt cs, die mehr und mehr überhand nehmendeMechanik und die sich häufenden Erfindungen auf dem Gebiete der Natur-kunde aus Rebellen gegen die höhere Kunst zu deren Vasallen zu machen,was weit leichter ist, als eS den Anschein hat. — Auch alte Manu-srripte, Drucke, Initialen, Miniaturen soll man zu sammelnsuchen. Wie viel Kostbares der Art fährt noch herum, einer Seele ver-gleichbar, die ihre Ruhe nicht finden kann! Wie nichtswürdig und scham-los inan auch, bis in die neueste Zeit hinein, mit den Schätzen dieserArt verfahren ist, welche vordem die Kirchen und Klöster in unglaublicherMenge bargen, so ist doch noch nicht gradezu Alles crterminirt; Mancheshat sich unter den Schutz von Privaten geflüchtet, in deren Hand daseinzelne Blatt weniger Werth hat und die theilweisc gewiß sich gerne bereitfinden lassen, dasselbe der unter kirchlicher Autorität stehenden Sammlungeinzuvcrlcibcn, vielleicht schon um das schwere Unrecht Dritter wiedereinigermaßen zu sühnen. — Auch vom rein praktischen Gesichtspunkte ausbetrachtet ist eine solche Sammlung sehr wichtig. Der Modernismus hatsich mit seinen fast- und markloscn Typen und Bilderchen bereits in hohemMaße unserer Kirchen bemächtigt', wie die neueren Chor- und Meßbücher,