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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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und sonstigen Theken häuslich niedcrlassen. Wie Dante und Calderonganz leidliche Gedichte zu machen wußten, ohne vorher dieMusen" an-zurufen, so wußten nicht minder ihre Zeitgenossen trefflich zu malen, zumeißeln und zu bauen, ohne zuvor inMuseen" Vorstudien gemacht,Auge und Geist gebildet zu haben. Wo die Kunst starr oder faul wird,beginnt die Blüthe der Kunstsammlungen, wie schon oben in der Einlei-tung näher dargclcgt worden ist. Man baut dann mit enormen SummenPrachtpaläste, um zersprengte Trümmer einer untergegangcnen Kunstwcltoder gar Gypöfiguren darin zu bergen, während die dem Leben und seinentiefsten Bedürfnissen dienenden Denkmäler elendiglich zu Grunde gehen,weil eben durch jene Veranstaltungen dem öffentlichen Interesse, wie denöffentlichen Mitteln eine andere Richtung gegeben wird. Nichtsdestowenigerkann ich mich doch nicht unbedingt dagegen erklären; bei zweckmäßiger Ein-richtung und Bewegung haben sic ihr Gutes; man möge also auch hiernicht das Kind.mit dem Bade ausschütten.

Eine solche Kunstsammlung sollte zwei Abthcilungcn haben, von wel-cher die eine den bleibenden, die andere den wechselnden Bestandbildet. In crstercr dürfte nichts Aufnahme finden, was dem Leben nochirgend dienen, noch irgend einen Praktischen Zweck erfüllen kann. Wassoll man in der That dazu sagen, wenn man in den sogen. Museen Reli-quiaricn, Monstranzen, Crucifire und sonstiges dem Cultus geweihtes Kir-chcngcräthc ausgestellt sicht? Ist dieser Cultus etwa bereits blos histo-rischer Stoff oder Mythe geworden? Stehen wir vor Trümmern einer untcr-gcgangcncn Welt? Sind dieFahnen des Königes" etwa in den Staubgetreten und sein Hccrgcräth von derfreien Wissenschaft" für gute Beuteerklärt? Am allerwenigsten darf eine unter kirchlicher Autorität errichteteKunstsammlung zu solchen Fragen Veranlassung geben. Das Beste wäredaher wohl, von vornehcrcin durch ein förmliches Verbot dem Mißbrauchecntgegcnzutrcten, um so mehr, als sonst leicht einzelne Kirchenvorstände inder Bildung einer Diöccsan-Kunstsammlung eine Art von indirceter Auffor-derung erblicken könnten, sich zu dessen Gunsten ihrer unscheinbaren Altcr-thümcr zu cntschlagcn und statt derselben zeitgemäßere, allenfalls aus Ncu-silbcr, anzuschaffcn. Man erweist sich an vielen Orten gar zu gerne zusolchem Zwecke gefällig. Den Stock hätten hiernach also blos Modelle,Abgüsse, Zeichnungen, nicht mehr zu ergänzende Bruchstücke von Kunst-gegenständen, Stoffen, Stickereien und dergleichen zu bilden. Viel Prunkläßt sich freilich mit allem dem nicht machen; darauf soll aber auchnicht abgesehen sein. Prachtstücke gehören in die Kirche, nicht hierhin; hierhandelt es sich nur darum, zu belehren und sodann der Profanation vonGegenständen vorzubcugen, welche durch ihre Erscheinung oder ursprüngliche