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Räume im Erdgeschoß, oder doch wenigstens den Krcuzgang, das Ncfeeto-riuni und die Küche; in solchem Falle muß die Constructiou durch Strebe-pfeiler, überwölbte Fenster u. s. w. äußerlich ihren Ausdruck finden. DieArchitekten, welche das Wesen des gothischen Styls nicht kennen, suchencs, wenn sic in diesem'Style bauen sollen, häufig dadurch zu zwingen,daß sie allerwärts Spitzbogen anbringen, wozu denn besonders die Fenstereine erwünschte Gelegenheit bieten. Spitzbogigc Fenster passen aber durch-aus nicht zu flach überdeckten Räumen und die Alten haben sich auch wohlvor dergleichen abgeschmackten Zusammenstellungen gehütet, vielmehr insolchem Falle meist Fenster mit steinernen Kreuzen angcwcndet, welche sienach Bedürfniß aneinanderrückten, halbirten und blendeten.
Wer sich davon im Großen unterrichten will, wie das Mittelaltersolche und ähnliche Aufgaben, wie die in Rede stehenden, gelöst hat, wollesich einmal in die englischen Universitätsstädte Orford und Cambridge be-geben und die dortigen Kollegien näher ins Auge fassen. Schreiber dieseswar wenigstens, nachdem er dieses gethan, vollkommen mit sich darüberim Klaren, was von dem Gerede der Modernistcn zu halten sei, daß dieGothik nicht für unsere heutigen Bedürfnisse Passe, daß namentlich unsereAnsprüche in Bezug auf Bequemlichkeit, Lüftung und Helle in derselbenkeine Befriedigung finden; cs muß diesen, eben so großartigen als reichenund zweckmäßigen Constructionen gegenüber verstummen. Freilich hat hierauch der englische Konservatismus, einer Revolution zum Trotze, welche dierechtmäßigen Eigcnthümcr aus ihrem, auf den geheiligtesten Titeln ruhendenBesitzthum vertrieb, fast Alles waS von ihnen hcrstammte, bis selbst aufdie Möbel herab, verschont; daS Bildniß eines Heinrich VIII. hat nebenden „papistischen" Fürsten, Priestern und Gelehrten Platz genommen, vonderen Genie und Freigebigkeit diese weiten, schmucken Hallen so beredtesZcugniß ablcgcn, während unsere.Nivellcurs nicht ruhten, bis auch dieletzte Spur altväterlicher Herrlichkeit vertilgt oder doch bis zur Unkennt-lichkeit entstellt war. Letzteres war allerdings logisch correctcr; aber eSbewährt sich denn hier wieder, wie es im Grunde denn doch für ein Glückerachtet werden muß, daß daS Engländerthum ein wahrer Knäuel vonWidersprüchen und Gegensätzen ist, daß überhaupt die Konsequenz zu denseltneren Tugenden gehört.
Das Wesentlichste ist die Erneuerung des rechten Berständnisscs imSchovße der Orden selbst. Wende man nicht ein, daß die Zeitverhältnisscdermalen ganz anders gestaltet seien, als damals, wo die Klöster, so zusagen, allein die Brennpunkte aller Kultur bildeten. Es ist wahr, aus dendamaligen sogen. Barbaren sind inmittclst „Kulturvölker" geworden, hocherfahren in vielen Dingen, erfüllt mit Kenntnissen, anstellig und gewandt