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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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Orden sich namentlich auch in der Baukunst die wunderbar tiefsinnig ge-gliederte Scholastik des h. Thomas von Aquin, dieses geistigen Dombau-mcisters des Mittelalters, zum Vorbild nimmt, wie dieselbe von seinemStifter ihm für die Doctrin als fester Leitstern angewiesen ist.*)

Der Plan zu einem vollständigen, auf etwa 150 Seminaristen berech-neten Priestcrscminarc, wovon nunmehr gehandelt werden soll, wirdin sich zu befassen haben:

1) Eine Capelle nebst Sacristci. Das Chor der crstcrcn sei so ge-räumig, daß cs Raum zur würdigen Vornahme der großen Ordinationendarbietct. Für das Volk muß ein besonderer, mit der Straße in directerVerbindung stehender Eingang vorhanden seift.

2) Eine Bibliothek für etwa 20,000 Bände. Es ist angemessen, die-selbe von oben her zu beleuchten; sie muß in möglichster Entfernung vonden Kaminen und Schornstcinröhrcn angelegt werden.

3) Ein Rcfeetorium für 250 Personen mit Rücksicht auf die aus Ver-anlassung von Rctraitcn hinzukommenden Gäste. Möglichst in dessen Nähe

4) Einen Spcisesaal für die Professoren für 25 Gedecke.

Sodann folgen weiter: '

5) Hundcrtfünfzig kleine, leicht zu lüftende Zimmer für die Zöglingedes Seminars.

6) Zehn Professorcn-Wohnungcn, bestehend aus einem Schlafgcmachcund einem Studierzimmer.

7) Ein Zimmer nebst Cabinct für den Bischof, damit derselbe vor-übergehend in dem Seminare seinen Aufenthalt nehmen kann.

8) Vier Frcmdcn-Schlafzimmcr, von welchen zwei zur Aufnahme frem-der Bischöfe herzurichtcn sind.

9) Drei Hörsäle, wovon zwei an hundert Zöglinge fassen können.

10) Ein Saal zum gemeinschaftlichen Studium.

11) Ein Erholungssaal.

12) Ein die größeren Localien möglichst in Verbindung bringenderKreuzgang.

*> Vgl. Insiilulum 8vc. lesu, äecrew congrogationum genoralinm. congr. V ckecr. 41p. 505 lpragae 1705).Lt primo loco unammo omnium con8on8u alaimt, äoctrinam8. Ibomao in tbcologia 8cl>ola8lica lamguam soliäivrom, socuriorom, inaxw approbalam

et consenlaueam no8ln8 congtilutionibus, scgucnäam «880 a pruke88oril,u8 noalria.-

yui vero o)u8Üom auctorw parum 8tmlio8i vel etiam ab eo allem 8uol, a OocenOi mu-nere rep ei I a n tu r." Man ersieht hieraus zugleich, wie irrig die vielfach geäußerteAnsicht ist, die eigentliche Lebenskraft des Jesuitenordens sei bedingt durch die Verhält-nisse, unter welchen er seine Entstehung gefunden hat. Derselbe streckt vielmehr seineWurzeln tief in das Mittelalter herab und saugt ans ihm seine beste Nahrung.