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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
Seite
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fehlen und wird es an zwei Stühlen durchgängig genug sein. , An derDecke lasse man die Balkenlagen, wo möglich ohne das Material zu vcr-läugnen, hervortretcn; die Wände sind mit einer milden Farbe (keines-falls weiß) anzustrcichcn und etwa noch mit einzelnen, typisch gehaltenenkirchlichen Emblemen so wie mit Bordüren zu schmücken, worin frommeSprüche in verzierter gothischcr Schrift angebracht werden können, welche,wie ich mich in mehreren englischen Bauwerken überzeugt habe, sich weitbesser ausnchmcn, als jene principlvscn Phantasien der im Fabrikbienstauswachsendcn Dceoratcurs, oder jener, wo möglich, noch geschmackloserenhöheren" Tüncher, die vielleicht einige acadcmische Bildung genossen haben.Das Bemalen durch geschmackvolle Chabloncn ist nicht thcurer, als dasdurch geschmacklose; es kommt nur darauf an, daß ächtcr Kunstsinn dieChablonc wählt oder bildet. Für die Fußböden der Gänge sind kleine ver-schiedenfarbige Fließe mit einfachen Tcppichmustcrn am besten geeignet. DieThüren mit ihren Beschlägen, wie überhaupt alles Holz- und Eisenwerk,lasse man sich in der Naturfarbe zeigen.

Die ausschließlich für die Krankenpflege bestimmten klösterlichen An-stalten, für welche nicht das Ordcnslcbcn, die Heiligung der Seele, son-dern die Heilung der Gebrechen des Körpers nächster, unmittelbarer Zweckist, mit Einem Worte die Hospitäler, bieten im Grunde Veranlassungzu einer eingehenderen Besprechung dar, zumal das Mittelalter dafür eineso überaus charakteristische, prägnante Form gefunden hat, wie solchesbeispielsweise die aus dieser Periode noch übrig gebliebenen Heiliggcist-Spitäler in Florenz, Lübeck und Brügge darthun, von welchen das letztere,dein Vernehmen nach, im Begriffe steht, dem wohlmeinenden Vandalismusals Opfer zu fallen, wie das Frankfurter Hciliggcist-Spital bereits dembrutalen erlegen ist. Wie weite Entfernungen auch die gedachten Bau-werke von einander trennen, so liegt doch ihren Dispositionen ein undderselbe Grundgedanke unter: am Eingänge eine Kirche und sodann, da-mit in Verbindung stehend, ein weitschichtigcr, weder in Stockwerke, nochin eigentliche Zimmer zcrthciltcr Bau mit ofsenlicgcndcnr Dachstuhle. DieGelasse, in welchen sich die Krankenbetten befinden, sind nur durch niedrigeScitenwände von einander getrennt und ohne besondere Decken, so daßder Raum, welchen der ganze Bau cinschließt, für Alle gemeinsam ist undeine stete, gleichmäßige Emulation der Luft stattfindet. Ich will cs in-deß bei diesen Andeutungen hier bewenden lassen, und zwar um deswillen,weil ich nicht in der Lage bin, die Vortheilc und die Nachtheile dieserEinrichtung mit hinreichender Sicherheit gegeneinander abzuwägcn, keines-falls uuS dem Grunde, weil ich etwa der Ansicht wäre, die Hospitälerseien nicht für kirchliche, sondern für Humanitäts-Anstalten zu erachten,