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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
Seite
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im Inneren höher anzulegen, als in gewöhnlichen Privatbauten, da dieFenster hier nicht den Zweck haben, Aussicht zu gewähren. Die einzelnenWohnräume werden nicht durch dünne Fachwändc zu scheiden, die Thürenmit Oberlichtern zu versehen sein u. dgl. in.

Es möge hier noch ein Wort über die, immer mehr in den Vorder-grund tretende Frage Platz greifen, ob cs räthlich sei, bei größeren Bau-unternehmungcn behufs Anfertigung des Planes eine Concurrcnz auszu-schreiben. Wenngleich allerdings nicht bestritten werden kann, daß durchsolche Concurrcnzcn dem Zufalle und auch wohl noch schlimmeren Ein-flüssen ein weiter Spielraum eröffnet ist, so möchten dieselben sich dennochwohl als Ucbcrgangsmaßrcgeln empfehlen, bis dahin, wo die christliche Kunstwieder festen Fuß unter uns gefaßt haben wird und es an praktisch be-währten Architekten, wie sie eine solche Aufgabe erfordert, nicht mehr fehlt.Zur Zeit kommen solche, Dank dem Drucke, welchen die Kunstbürcaukraticübt, nur höchst sporadisch vor und cs hält schwer, sic ausfindig zu machen.Es gilt vorerst, das acadcmische Monopol zu brechen und den Geisterneine andere Richtung zu geben; zur Herbeiführung dieses Resultates sindaber die Concurrcnzcn ganz gewiß ein sehr wirksames Vehikel, 'falls nurmit möglichster Umsicht dabei zu Werke gegangen wird.

An Geräthc sollte nur das durchaus Nothwcndigc vorhanden sein;dasselbe ist möglichst solid und charakteristisch zu halten. Diese beidenEigenschaften finden sich in dem ächtgothischcn Möbelwerke vereinigt, wel-ches als Muster dienen mag. Ich sage ächtgothisch, zum Unterschiedevon der neumodischen Möbelgothik, mit ihrem willkürlich durchcinandcrgc-würfcltcn Gcschnörkcl und den unverdauten Architektur-Motiven, die hierohne allen Sinn und Verstand sind.*) Die Alten wollten keine Schau-,sondern Sitzstühle haben, für deren Bequemlichkeit sie viel zu viel Sinnbesaßen, als daß sic Fialen, Knopfblumen oder sonstiges vorspringcndesOrnament daran anzubringcn für gut hätten finden können, welches keinemanderen Zwecke dient und zu dienen vermag, als dem, die Leute zu be-lästigen. Doch, cs ist über die Materie oben bereits- so viel gesagt wor-den, daß ich cs wohl dabei bewenden lassen kann. In den Zellen darfein Crucifir, ein Weihwasserkessclchcn, ein Pult und ein Wandschrank nicht

*1 Selbst der sonst ziemlich corrccte A. Pugin twohl zu unterscheiden von dem ge-nialen Architekten Welby Pugin) hat in seiner Schrift über gothischcs Möbelwcrk ttloüüe'kUnilure; eviU, üoscrigtivc lottor-pross. bonilon: dl. L. biaUaü) auf den 27 Blättern mitAbbildungen fast nur Caricaturen geliefert. Zu empfehlen ist dagegen das Werk Ungc-witter's: Entwürfe zu Möbeln, Cassel l85l, mit vielen Abbildungen auf 3l Tafeln inFolio. Profile und Grundrisse sind in großer Zahl beigcgeben. Manches darin kanneinfacher ausgeführt werden.