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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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der Schätze:das Reich Gottes in frischer Kraft und Blüthe" wicder-zugcbcn. Darum wäge man mehr die moralische als die finanzielle Kraft.Moralische Kraft wird aber eben so wenig bekundet, als geweckt, wenndas, waS in die Erscheinung tritt, läppisch und zusammcnhangslos ist,der Harmonie und der Bedeutung entbehrt. Müßte es nicht in hohemGrade befremden, wenn die Orden ihre Idealität und ihre organisircndeKraft nur auf dein geistigen Gebiete, das Gegcnthcil davon aber auf demstofflichen sollten bethätigcn wollen, indem sic in ihren äußeren Einrich-tungen der modernen Plattheit und Zerfahrenheit freies Spiel ließen?Lange wird jedenfalls solcher Gegensatz nicht dauern können; das Unbe-stimmte wird ausschwanken und hoffentlich die Entscheidung dahin fallen,daß nach allen Richtungen hin daS Wcscnhaftc zur Herrschaft kommt, daßman als dasjenige, was man ist, auch erscheint.

Halten wir Umschau nach Mustern, an welche demnächst wieder an-zuknüpfcn wäre, so bleibt der Blick auf England haften. Den Rang,welchen Deutschlands Dome behaupten, nehmen in ihrer Art die englischenAbteien ein; dermalen sind sie freilich meist nur Ruinen, trauernde Denk-mäler des Ruhmes zugleich und der Schmach der Nation. Von jehergebrach es letzterer an jenem feineren Organe für Proportionen, für dasmusikalische Element der Architektur; dahingegen war der Sinn für dasGroßartige, Prächtige und Zweckmäßige um so entwickelter. Die spät-gothischcn Style Englands, wie der sogen, pcrpendiculärc, geben nament-lich Zeugniß hierfür; dieselben eignen sich vorzugsweise für jene Bauten,welche die Mitte zwischen der kirchlichen und der bürgerlichen Baukunsthalten. Es sind wahre Vcrzierungsstylc, so geartet, daß sie jeder Localitätund jedem Bedürfnisse sich anpassen. Aber cS wird voraussichtlich nocheine geraume Zeit währen, bevor wir in die Lage kommen, Klöster ersterGröße uns zu Vorbildern wählen zu können. Dieselben waren förmlichin sich abgeschlossene Kolonien, aus das reichste ausgcstattct mit Allem,was irgend ihren Zwecken dienen konnte. So schon im frühesten Mittel-alter, wie der berühmte, zuerst von Friedrich Keller hcrausgegcbcne Grund-riß der Abtei St. Gallen, aus dem ersten Viertel des 9. Jahrhunderts,darthut und in Betreff Englands der um drei Jahrhunderte jüngere desMönchs Eadwin für die Priorci von Cantcrbury, außerdem aber auch auszahlreichen Uebcrrcstcn von solchen Bauwerken selbst zu ersehen ist. Daich hier nurFingerzeige" zu geben habe und zwar für das grade obwal-tende praktische Bcdürfniß, so muß ich der Versuchung widerstehen, tieferin das Gewebe dieses wundersamen Organismus cinzudringcn, in wel-chem sich eine solche Kraft und ordnende Weisheit conccntrirte, daß sichan ihnen die wildesten Stürme brachen, und selbst da, wo sic im Ver-