IÜ3
und die Hoffnung, wird der Geist des Opfers und der Liebe sich verscheu-chen lassen, was auch immer die „Critik" dazu sagen und wie auch die„Wissenschaft" sich krampfhaft winden und ringeln mag, um ohne dieselbenfertig zu werden, um das Wclträthscl ohne Gott zu lösen. Zudem stelltesich stets klarer heraus, daß die Anweisungen, welche die Philosophen aufdie „große Zukunft" ausgestellt hatten, sich nicht wollten rcalisiren lassen,daß trotz aller.Menschenrechte die Menschen mehr und mehr in geistigemund physischem Jammer untcrgch^n. So kommt es denn, daß, wo kaumdie Sichel ihre Arbeit vollendet hat, schon wieder eine junge, hoffnungs-grüne Saat aufgcht. An vielen Orten sind neue Klöster gegründet wordenoder doch im Entstehen begriffen und cs müssen Gebäude für dieselben er-richtet werden. In welcher Art wird man diesem Bedürfnisse am ange-messensten entsprechen?
Vor Allem ist es räthlich, die früheren, verlassenen Klöster wo möglichihrer ursprünglichen Bestimmung zurückzugebcn, selbst wenn deren Wieder-herstellung nicht unbeträchtliche Kosten veranlassen sollte, zumal da dieje-nigen, welche wieder zu gewinnen sind, in der Regel einen entschiedenklösterlichen Charakter an sich tragen, so .haß sie nicht füglich anderweitverwendet werden konnten. Es liegt überdies in solcher Rcpristination zu-gleich eine Sühne und eine bedeutungsvolle Mahnung.
Wo neu gebaut werden muß, vergesse man nicht, daß das Klostereine Gottesinscl, eine Welt für sich sein soll; in seiner ganzen Erscheinungdarf sich daher keinerlei Liebäugeln mit derjenigen Welt zu erkennen ge-ben, welcher seine Bewohner abgesagt haben. Das Gebäude ist eine Artvon Ordenstracht, wie denn auch jeder Orden, bis zur Zopfzeit hin, diealle angestammten Eigenthümlichkeitcn verwischte, besondere Normen beidessen Anlage zu befolgen Pflegte, so daß man schon aus der Ferne einCisterzicnscr- von einem Franziscancr- und beide von einem Carrhäuscr-Klostcr mit ziemlicher Sicherheit unterscheiden konnte. So wie man diealten Trachten wieder aufnimmt und nicht daran denkt, ihnen einenmodernen Zuschnitt zu geben oder gar Volants und Manschetten an-zuheftcn, so möge man sich nach alten baulichen Mustern umschcnund unsere acadcmischcn Architekten mit ihren Toilcttckünstcn und Surro-gaten ferne halten, mit ihren Lattcngcwölben, ihren Mörtelguadern undihrer Steinpappe.
Wenn man bedenkt, wie die Blüthc der christlichen Kunst grade denKlöstern entsprossen ist, wie sic diese Kunst Jahrhunderte hindurch fast aus-schließlich gepflegt und den Samen der. Himmclsblumc über die Erde ge-streut haben, so mag man nicht an die Möglichkeit glauben, daß diejeni-gen, welche derzeit in die leuchtenden Fußstapfen jener Ordensbrüder ein-