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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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midcn oder Obelisken erinnern. Allein solche Glieder haben für sich alleinkeine Bedeutung; sic werden vielmehr, aus ihrem Zusammenhänge gerissen,wahrhaft sinnlos. Kein Styl verträgt cs weniger, als der gothische, daßman seine Bildungen willkürlich verwendet, eben weil er durch und durchorganisch ist: das Wo ist bei demselben kaum von geringerer Bedeutung,als das Wie. Will man ein großartigeres Grabmonumcnt im gothischenStyle errichten, so muß dasselbe schlechterdings für den specicllcn Zweckentworfen und eonstruirt werden, wobei übrigens unzweifelhaft den 'mittel-alterlichen Werken gewisse Motive entlehnt werden können. Einzelne jenerWerke sind sogar als zu unmittelbarer Nachahmung geeignet zu empfehlen,. wie beispielsweise die sogen. Spinnerin am Kreuze unweit Wien und dasHochkrcuz bei Bonn. Unter allen Umständen aber muß die abstracte Kälteder architektonischen Formen durch Figuren und Symbole gemildert wer-den; je weniger ein Kunstwerk einem praktischen Zwecke oder Bedürfnissedient, desto mehr soll das tektonische Schema hinter die höheren, freierenBildungen zurücktrctcn. Eine nicht ungeeignete Form für Grabmäler istdie auf einem gemauerten Untersatze schräg anlaufende Platte von Stein,in welche dann die Inschriften nebst sonstigen passenden Verzierungen cin-getieft werden, wenn man nicht lieber zu diesem Zwecke Messingplattcn inden Stein fügen will. Die schräge Richtung ist wegen des Wasserabflus-ses nothwendig, auf welchen auch sonst hinsichtlich der Einfassung und desOrnamentes Rücksicht genommen werden muß.*) So lange es gestattetwar, innerhalb und in der unmittelbaren Nähe der Kirchen zu begraben,bedurfte es selbstredend solcher Vorkehr nicht, oder doch' nur ausnahms-weise; die Plattenform bildete damals die Regel; nur für besonders her-vorragende und mächtige Personen errichtete man einen verzierten Unterbau,auf welchem sie in ganzer Figur mit gefalteten Händen ruhcten, gleichsamdem Gerichte cntgegenharrcnd. Man hat in neuester Zeit diese Darstcl-lungswcise wohl wieder nachgcahmt, aber, meines Wissens, noch nicht mitsonderlichem Glück. Unsere Acadcmikcr haben eben meist keine Ahnungdavon- was der Tod eines Christen ist; auch nach dem Tode bleibtihnen das Fleisch noch immer die Hauptsache. Erscheint die Figur ana-tomisch richtig, geschmackvoll drappirt und gut modcllirt, so ist ihr die all-gemeine Bewunderung gesichert und man dankt cs dem Künstler förmlich,daß er den störenden Gedanken an den Tod und das Jenseits keine Nah-rung gegeben hat. Handelt es sich gar um ein bei Lebzeiten gekrönt ge-wesenes Haupt, so würde cs allzusehr gegen den schuldigen Rcspect vcr-

*> Recht gelungene Muster zu Grabdenkmälern enthalten dieGothischen Entwürfe"von V. Statz (Bonn bei Henry und Cohen).

2. Aufl.

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