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Geist seinen schönsten Triumph feiert und alle Leichen ohne Weiteres indie Salmiakfabriken wandern. Die Grabmälcr verursachen alsdann selbst-redend Niemanden mehr Kopfbrechcn. In einzelnen Ortschaften ist manwenigstens schon so weit fortgeschritten, daß auf die Gräber blos flache,unten zugespitzte Holzpflöcke gesteckt werden, auf welchen eine Zahl steht.Wie die Züchtlinge in den sibirischen Bergwerken, so sind hier die Todtcnnur noch Nummern, über welche von Amtswcgcn regelmäßig Buch ge-führt wird.
Denjenigen, welche vorderhand noch in der altkatholischen Finstcrnißstecken zu bleiben gesonnen sind, ist anzuempfehlen, daß sie solches schongleich am Eingänge ihres Gottesackers zu erkennen geben, daß sie alsobeispielsweise das Portal nicht in altdorischcm Style oder in dem irgendeines asiatischen Sonncntcmpels aufrichtcn, auch keine heidnisch klingendeInschrift darauf setzen, wie. solche der klassische Zopf immer in Bereitschafthat. Eben so hüte man sich, dem Ganzen zu sehr den Anstrich einer Gar-tcnanlage zu geben, um den tiefen Ernst des Todes möglichst hinwegzu-schcuchen: poetische Pantheisten oder sentimentale Romancnlcser mögen an-derwärts ihre Promenaden machen; diese Stätte soll die frommen Gläu-bigen zum Gebete für das Seelenheil der Abgestorbenen cinladen. AlsSchluß- oder Mittelpunkt des Inneren erhebe sich daher ein großes Erucifir,wo möglich mit den Standbildern von Maria und Johannes zu beidenSeiten.
Was die Epitaphien betrifft, so ist gewiß das Kreuz das passendsteEmblem auf den Gräbern Derjenigen, welche im Glauben an den gekreu-zigten Erlöser und in der Hoffnung auf seine Verheißungen dahingcschicdcnsind. Wenn man es nicht überall mit eigenen Augen sähe, so wäre cskaum glaublich, daß die Typen der großen Mehrzahl der modernen Grab-mäler dem Heidcnthum entlehnt sind, daß auf dem nach den alten Ritua-lien der Kirche geweihten Boden zerbrochene Säulen, ausgelöschte Lampen,umgekehrte Fackeln, Sarkophage, Aschcnkrüge und Urnen, letztere allenfallsnoch mit einem Trauerflore in Gestalt eines nassen Handtuches umwun-den, sich erheben, statt der Sinnbilder der Erbarmung und der christlichenLiebe. Neben kurzen, aber ja nicht süßlichen Inschriften, in denen, bei-läufig bemerkt, das so beliebte, antikisircndc Wort „Asche" niemals Vor-kommen sollte, da wir ja unsere Todtcn nicht verbrennen, mag man aufden Leichensteincn noch die Insignien des Berufes oder der Würde desVerstorbenen anbringen. In der guten Absicht, den heidnischen Emblemenaus dem Wege zu gehen, stellt man wohl Theile von gothischcn Architektu-ren als Denksteine auf Gräber, namentlich in der Stcinmetzcnsprache soge-» nannte Fialen (s. d. Wort im Glossar), welche durch ihre Form an Pyra-