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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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bietet, sci eher allzueckigt als allzuglatt; nichts aber ist ihm autipathischcrals bas Kopfhängerische, Elegische, Süßliche und zwar zu allem Glücke.

Wir kehren nach dieser Digression zur näheren Umgebung'der Kirchezurück. Die enge Beziehung, in welcher das Pfarrhaus und die Schulezu derselben und zu einander stehen, soll sich schon in der äußeren räum-lichen Anordnung zu erkennen geben, so wie nicht minder in dem stylistischenCharakter dieser Bauwerke. Alles was auf den besonderen Zweck der Kircheund die daraus hcrvorgchendc Construction Bezug hat, muß natürlich ver-mieden werden. So wäre cs z. B. durchaus verkehrt, spitzbogigc Fensteran einem Pfarrhausc anzubringen, denen kein Gewölbe im Innern ent-spricht, oder ein Portal, statt einer Hausthüre, oder die Schornsteine zuverstecken, um nicht an die Küche zu erinnern; allein auf der andern Seitemuß und kann die Wohnung des Pfarrers sich doch in ihrer ganzen Phy-siognomie von der eines Wirthcs, Speeercihändlcrs oder Rentiers unter-scheiden. Im Mittelalter ging durch die gesummte Profanarchitektur eingewisser kirchlicher Anklang, wie denn überhaupt alle Schöpfungen dieserPeriode nach der Kirche hingravitirtcn, ohne doch deshalb ihre Individua-lität irgendwie cinzubüßen.*) Darum wird, bei verständiger Auswahl, schondas bloße Anschlüßen an mittelalterliche Civilbautcn zur Erreichung des inRede stehenden Zweckes genügen, sofern man dabei nur noch das heutigeBedürfnis; im Allgemeinen und daS spccicllc des Pfarrers berücksichtigt. ESversteht sich, daß der bedeutungsvolle Schmuck, wodurch jede Wohnungeines Christen im Mittelalter sich sofort als solche zu erkennen gab ichmeine die Heiligen-, Madonnen- und Christusbildcr oder frommen Sprüchean den Fapadcn hier niemals fehlen dürfen. Das Haus sei das zweiteKleid, welches wenigstens bei dem Priester Zeugniß giebt von seinen; Be-rufe und seiner Würde. Die gewöhnlichen Wohnungen sind förmlich zurWaare geworden; sie bergen keinen Familicnhccrd mehr, an ihnen haftenkeine Traditionen; man zieht aus und ein wie aus einem Waggon oderDampfbootc; eine Anzahl Personen, welche sich sehr häufig nicht einmal

*) Nachdem ma» lange die sammtlichcn künstlerischen Productivncn des Mittelaltersals barbarisch verschrieen hat, geben jetzt selbst die störrischsten Gräcvmancn zu, daß die-selben, namentlich die mittelalterliche Architektur, zu kirchlichen Zwecken sich doch ganzwohl eigne. In gleicher Weise wird das zur Zeit hinsichtlich der gothischen Profan-architektur noch allgemein herrschende Vvrurthctl schwinden. Die Publikationen einesParker, de Vcrneilh und Vcrdicr haben in dieser Beziehung schon gewaltig Bahn gebro-chen, insbesondere das noch im Erscheinen begriffene Werk des Letzteren:,;rolüleclurecivilo öu mo^on üge ot ilo ia Itonoissanco U'aris. V. Müron.), dessen treffliche Abbildungenso zu sagen alle Worte überflüssig machen. Unsere Zeit wird vielleicht einmal als Periodedes Schuppcnbaues eine gewisse Anerkennung bei der Nachwelt finden, jedenfalls sind diePaläste so wenig ihre starke Seite, als die Kirchen.