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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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dieselben rcproducircn können. Der Roccoco und der moderne Jndustralismushaben natürlich auch das Gebiet der Paramentik überfluthct. Elfteres ent-faltete auch hier wenigstens immer noch eine imponirende Pracht, währendunseren Fabriken die Paramente nur Modeartikel sind, die mit den Möbcl-zcugcn und den Papicrtapetcn auf Einer Linie stehen. Da nun die Mode,ihrer Natur nach, einem raschen Wechsel unterliegt, so dürfen auch dieStoffe weder thcuer noch solid ausfallen; am allerwenigsten kann voneigentlicher Kunst dabei die Rede sein. Was die Maschine nicht zu bewäl-tigen vermag, bleibt ausgeschlossen. Die Arbeitzur Verherrlichung Got-tes" findet ja überhaupt keine Stelle in unseren nationalökonomischen Sy-stemen. Und so wird cs voraussichtlich noch eine geraume Zeit bleiben, dadas Verständlich für das Acchte und künstlerisch Vollendete weit leichter ver-loren geht, als wieder gewonnen wird und da überdies, wie gesagt, die ganzeRichtung der Gegenwart Letzterem keineswegs hold ist. Aber nicht blos derSinn für das Künstlerische, sondern auch der Sinn für das Bedeutungs-volle, für die mystische Sprache der Kirche muß wieder auflcbcn, wenn eshier allgemein besser werden soll. Der Gottesdienst ist ein heiliges Drama,in welchem auch das Unscheinbarste eine in das Ganze eingreifende Rollezu spielen hat. Schon von den Zeiten der Apostel an zeichnete sich dieTracht der Priester aus; u. A. spricht Origcneö von Pricstergcwändcrn, welcheausschließlich zum Gebrauche innerhalb der Kirche bestimmt seien. Ein nä-heres Eingehen auf die aflmählig^ Umbildung dieser Gewänder, auf welchedie Provincialconcilicn vielfach in verschiedenartiger Weise cinwirktcn, würdehier zu weit führen. Ohnehin lassen sich, schon aus dem cbengedachtenGrunde, durchgreifende Regeln nicht ausstcllen; im Allgemeinen ist cs jeden-falls'räthlich, dem einmal herrschenden Gebrauche nicht schroff cntgcgenzu-trctcn; das Archaisircn könnte sonst leicht das Schicksal fast aller gewaltsamenReaktionen thcilen und sich auch blos als Mode geltend machen. Uebcr-haupt soll man in diesen und' ähnlichen Dingen zunächst die AnordnungendcrBischöfe abwartcn und nichtauf eigene Hand tiefer cingreifcndeAenderungcn .treffen, deren Tragweite sich im Voraus nicht leicht berechnen läßt. Selbst unterden eigentlichen Gothikern dürfte sich übrigens auch wohl sobald noch nichteine übereinstimmende, vielleicht kaum eine herrschende Ansicht hcrauöbilden.

Der Eine will blos das zwölfte oder doch höchstens nur noch das drei-zehnte Jahrhundert gelten lassen und bricht beispielsweise über alle Caselnden Stab, welche nicht, wie die des Albertus Magnus, glockenförmig ge-rstaltet sind; Andere dagegen ziehen die mehr malerische Pracht des 15. und16. Jahrhunderts vor und wollen der früheren Zeit nur in der Architekturden Preis zucrkennen. So liegt denn die Gefahr gewiß sehr nahe, daßdie Verwirrung nur vermehrt wird, falls nicht der Impuls vom Mittel-